Urlaubsinsel: Hiddensee droht die Flutung - DER SPIEGEL
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Urlaubsinsel Hiddensee droht die Flutung

"Capri des Ostens" wird die kleine Insel Hiddensee gerne genannt. Doch sollte sich die Landesregierung mit ihren Plänen durchsetzen, könnten Teile des Eilands eher zu einem "Venedig des Ostens" werden.
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Vitte - Auf der romantischen Ostsee-Insel Hiddensee mit ihren rund 1250 Einwohnern und jährlich mehr als 50.000 Urlaubern machen sich Aufregung und Empörung breit. Das "söte Länneken", das "süße Ländchen", wie das nur knapp 17 Quadratkilometer große Eiland vor Rügens Westküste liebevoll genannt wird, soll nach dem Willen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns teilweise dem Meer preisgegeben werden.

Der unbewohnte südliche Inselteil rechtfertige keine weiteren staatlichen Ausgaben für den Küstenschutz. Vielmehr seien diese gesetzlich unzulässig, argumentiert Schwerins Umweltminister Wolfgang Methling.

Die Absicht, einen Wasserdurchbruch und damit eine Abtrennung sowie eine allmähliche Überspülung der südlichen Dünen Hiddensees zuzulassen, hat Proteste ausgelöst. Um den Küstenschutz über das laufende Jahr hinaus auszudehnen, bestehen nach Ansicht der Fachleute vom Umweltministerium allerdings keine zwingenden Gründe.

Es sei denn, der Küstenschutz bekommt eine neue Zweckbestimmung - beispielsweise zum Erhalt der Dünen-Biotope. Wenn derartige Interessen durchgesetzt werden sollen, müssen aber auch neue Kostenträger für den Küstenschutz gefunden werden.

Die Gemeindevertreter im Inselzentrum Vitte laufen indessen schon aus touristischen Gründen Sturm gegen eine mögliches Ende des Dünenschutzes. Die drohende Verkleinerung der Insel ist für den Bauamtsleiter von Hiddensee, Michael Heberle, "kurzsichtig gedacht". Schließlich würden dadurch auch erholsame Wander- und Radelstrecken sowie Strände verloren gehen.

Die Pläne des Umweltressorts könnten sich sogar als Bumerang für das Schweriner Wirtschaftsministerium erweisen. So besteht die Gefahr, dass sich der von Hiddensee fortgespülte Sand in der Fahrrinne des Stralsunder Hafens ansammelt.

Als Willkürakt gegen die einhellige Meinung der Inselbevölkerung wertet der Landesvorsitzende des Verbandes der Küsten- und Kutterfischer, Egon Schlieker, die Preisgabe der Süddünen. Diese Gebiete gehören seines Erachtens wie der Leuchtturm zu Hiddensee. Schlieker: "Weder Kaiserreich, Nazi-Regierung noch DDR-Regime haben daran je gerüttelt und die Preisgabe von Inselland in Erwägung gezogen."