Urlaubsstatistik Deutsche lieben Italien
Wiesbaden - Im letzten Jahr übernahm Italien von Spanien die Spitzenreiterposition auf der Hitliste der beliebtesten ausländischen Reiseziele. Immerhin 16,8 Prozent aller privaten Auslandsreisen der Deutschen mit mindestens einer Übernachtung hätten 2002 nach Italien geführt, gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag bekannt.
Platz zwei nahm Österreich mit 15,6 Prozent ein, während Spanien mit 15,4 Prozent auf den dritten Platz abfiel. Im Vorjahr war Spanien mit 18,3 Prozent beliebter als Italien (14,5 Prozent) und Österreich (14,1 Prozent) gewesen. Am liebsten blieben die Deutschen aber im eigenen Land: Rund 40 Prozent aller privaten Reisen hatten inländische Ziele.
Das meiste Geld gaben die Deutschen weiterhin in Spanien aus. Zwar saß mit Ausgaben von 7,3 Milliarden Euro der Geldbeutel nicht mehr so locker wie im Vorjahr (7,7 Milliarden). Der Abstand zu Italien mit 6,5 (2001: 6,7) Milliarden Euro war aber weiter beträchtlich. Warum in Spanien trotz geringerer Beliebtheit mehr Geld als in Italien ausgegeben wird, beantworten die Statistiker mit der Länge der Reisen: "Nach Florenz oder Rom fährt man auch mal von Freitag bis Montag", sagt Ulrich Spörel vom Statistischen Bundesamt. Die längere Anreise nach Spanien führe hingegen oft auch zu einem längeren Aufenthalt und zu höheren Ausgaben.
Dass manche Statistiken weiterhin Spanien als beliebtestes Urlaubsland nennen, führt das Bundesamt auf die Art der Erhebung zurück. Während hier bereits Reisen ab einer Übernachtung gezählt worden seien, würden andere Erhebungen erst Reisen mit fünf oder mehr Urlaubstagen zählen.
"Umgekehrt konnten 2002 die deutschen Hotels, Pensionen und anderen Beherbergungsbetriebe 1,1 Millionen Gäste aus Italien begrüßen, die insgesamt 2,2 Millionen Mal hier übernachteten", berichteten die Statistiker weiter. Damit liege Italien als Herkunftsland für die deutschen Beherbergungsbetriebe an fünfter Stelle nach den Niederlanden (18,5 Prozent), den Vereinigten Staaten (9,8 Prozent), Großbritannien (8,7 Prozent) und der Schweiz (5,8 Prozent). Und: "Die Italiener gaben im Jahr 2002 1,2 Milliarden Euro in Deutschland aus."