Vielfliegerprogramm Boomerangs sammeln bei Germanwings
Köln - Was bei anderen Fluggesellschaften Meilen oder Punkte heißt, nennt Germanwings Boomerangs. Sobald die Mitglieder des neuen Vielfliegerprogramms Boomerang-Club 24.000 von ihnen, das entspricht acht Hin- und Rückflüge oder 16 Einzelflügen, binnen zwei Jahren gesammelt haben, bekommen sie als Prämie einen Hin- und Rückflug, erklärte die Fluglinie am Mittwoch in Köln. Der Kunde müsse aber die Kosten für Steuern und Gebühren tragen.
Nach eigenen Angaben startet der Low-Cost-Carrierer als erster reiner Billigflieger Europas ein Vielfliegerprogramm. Germanwings wolle damit seine Position im sich verschärfenden Wettbewerb der Billiganbieter stärken, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Joachim Klein. Das neue Programm passe zum Niedrigpreiskonzept. So können sich Interessenten ausschließlich per Internet registrieren lassen und zahlen dafür eine einmalige Bearbeitungsgebühr von fünf Euro. Den Mitgliedsausweis kann man sich selbst ausdrucken. Aufwendige Extras wie Vielfliegerlounges oder Kataloge mit zahlreichen Prämien gibt es nicht.
Der Billigflieger erhofft sich, in diesem Jahr rund 50.000 Kunden für den Boomerang Club zu gewinnen. Bierwirth erklärte, mit dem Programm sollen neue Kunden gewonnen und bestehende gehalten werden, Außerdem wolle die Airline auf diesem Wege umfangreiche Daten über das Flugverhalten der Kunden sammeln, damit künftig sehr individualisierte Angebote unterbreitet werden könnten. Aus diesem Grund würden den Fluggästen bei der Anmeldung zum Bonusprogramm viele Fragen gestellt.
Der zu TUI gehörende Billigflieger Hapag-Lloyd Express (HLX) will dagegen kein solches Programm einführen. Dieses Angebot würde der Airline keine neuen Kunden bringen, sagte ein Sprecher. Außerdem bestehe die Gefahr, dass dadurch eine Komplexität aufgebaut würde, die den schlanken Strukturen im Unternehmen nicht entspreche. Die möglicherweise hohen Zusatzaufwendungen rechneten sich für das Unternehmen nicht.
Billigfluggesellschaften - auf Englisch "no frills airlines" - haben ein im Vergleich zu den traditionellen Linienfliegern deutlich abgespecktes Angebot. So müssen Mahlzeiten an Bord extra bezahlt werden, und es gibt meist keine Vielfliegerprogramme.