Berliner Flughäfen Montagmorgen fallen 80 Flüge aus wegen Streik
Flughafen Berlin-Tegel
Foto: Paul Zinken/ DPAPassagiere an den Berliner Flughäfen müssen sich am Montag auf Verzögerungen gefasst machen. Die Gewerkschaft Ver.di rief die Beschäftigten des Sicherheitspersonals von Tegel und Schönefeld am Wochenende zu einem bis zu vierstündigen Warnstreik auf. Der Ausstand solle am Montag um 5 Uhr beginnen und bis 8.45 Uhr dauern. Ver.di hatte bereits im Dezember angekündigt, dass es im Januar zu Warnstreiks kommen könnte.
Dadurch könne es zu starken Beeinträchtigungen bei der Abfertigung kommen, hieß es bei der Flughafengesellschaft. Betroffen sind fast 60 Flüge in Tegel und gut 20 in Schönefeld. Die ersten wurden bereits am Sonntag gestrichen, andere auf der Internetseite der Berliner Airports als verspätet gemeldet. Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline zur Lage informieren, empfahl die Berliner Flughafengesellschaft.
Kritik kam von der Lufthansa: "Es ist bedauerlich, dass das neue Jahr schon wieder mit Unregelmäßigkeiten für unsere Fluggäste beginnt", sagte Vorstand Detlef Kayser. Die deutsche Airline streicht wegen des Ausstands acht Verbindungen: jeweils vier Flüge zwischen Berlin-Tegel und Frankfurt sowie Berlin-Tegel und München, teilte Lufthansa mit.
Die 850 betroffenen Passagiere könnten ihre Tickets nun zur Fahrt mit der Bahn einsetzen, hieß es. Denn die Fluggäste dürften "in dieser Zeit voraussichtlich keine Möglichkeit haben, ihre gebuchten Flüge zu erreichen". Lufthansa-Kunden könnten sich unter lh.com über den Flugstatus erkundigen. "Passagiere, die ihre Daten online hinterlegt haben, werden aktiv informiert." Bis zum Sonntagnachmittag hatten auch Easyjet, Ryanair und Aeroflot Flüge in Schönefeld gestrichen.
Ver.di: Streiks könnten ausgeweitet werden
Mit dem Streik will die Gewerkschaft die Arbeitgeber dazu bringen, für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. "Jetzt geht es darum, Druck aufzubauen und deutlich zu machen, dass die Beschäftigten auch streikwillig sind, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen auch auf die Straße zu gehen", sagte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann der Nachrichtenagentur Reuters. Berlin mache den Anfang, möglicherweise würden andere Regionen folgen. Die Ferienzeit der einzelnen Bundesländer soll dabei jedoch ausgeklammert werden
Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) hatte Ende Dezember ein Angebot vorgelegt, das Ver.di als unzureichend zurückwies. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro. Ein Passagierabfertiger in Berlin verdient Ver.di zufolge derzeit 17 Euro brutto. Die Tarifverhandlungen sollen am 23. Januar in Berlin fortgesetzt werden.
Lufthansa äußerte am Sonntag Unverständnis für den Streikaufruf: "Die Eskalation dieses Tarifkonflikts zwischen Sicherheitsdienstleistern und der Gewerkschaft Ver.di mit Auswirkungen für viele Hundert Fluggäste in Berlin ist unnötig und ärgerlich", erklärte Kayser.
Erst zu Jahresbeginn war der Manager in das Führungsgremium von Europas größter Fluggesellschaft eingezogen - als Konsequenz der massiven Störungen im Flugbetrieb 2018. Kayser soll etwa Standards zum Betriebsablauf in allen Fluglinien der Gruppe - also Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Eurowings - koordinieren.