Winterplan Ryanair nimmt sieben Flughäfen aus dem Programm
Straßburg/Dublin - Vom 4. November bis zum 18. Dezember will Ryanair keine Flüge mehr nach Basel, Budapest, Krakau, Palma de Mallorca, Rzeszow, Salzburg und Valencia anbieten. Wegen der hohen Flughafengebühren und hoher Treibstoffkosten werde man die Strecken vorübergehend nicht bedienen, teilte das Unternehmen in Dublin mit. Flughäfen in Deutschland sind nicht betroffen. Bereits in der vergangenen Wintersaison hatte Ryanair sein Angebot verringert und im Sommer wieder hochgefahren.
Das Unternehmen nutzt die Gelegenheit, den Druck auf Flughafenbetreiber zu erhöhen: "Die Gebühren in diesen Flughäfen gehören zu den höchsten in Europa und stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen, besonders in den Wintermonaten", hieß es. Es sei kostengünstiger, die Flüge einzustellen, als diese Flughäfen in dieser Jahreszeit anzufliegen, sagte der Vizechef von Ryanair, Michael Cawley. Bei einem Ölpreis von 140 Dollar pro Barrel (159 Liter) "müssen Flüge zu teuren Zielflughäfen reduziert werden, wenn die Flugpreise niedrig bleiben sollen".
Vor allem am Londoner Flughafen Stansted will Ryanair seine Flotte in diesem Winter massiv kürzen. Fast jede dritte Verbindung fällt aus dem Programm. Laut Ryanair-Chef Michael O'Leary sind dadurch in Stansted rund 900 Jobs in Gefahr, davon 150 bei Ryanair. In diesem Winter fliegt Ryanair hier 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
"Hohe Gebühren, erbärmliche Einrichtungen"
Vor allem die BAA, die die wichtigsten Londoner Flughäfen betreibt, steht in der Kritik. "Flughafenmonopolisten verlangen hohe Gebühren und bieten erbärmliche Einrichtungen. Es wird Zeit, dass wir dort Wettbewerb zulassen, wo Monopole gescheitert sind", erklärte O'Leary.
Auch deutsche Fluggesellschaften haben in der jüngsten Vergangenheit eine Ausdünnung ihres Flugplans angekündigt. Air Berlin mustert 14 Maschinen aus und streicht einige Langstreckenflüge, der Billigflieger TUIfly verringert seine Ziele um sechs Städte. Billigflieger Germanwings reduziert seine Flotte um vier Maschinen.
reh/AP/Reuters/dpa