Im "Dorf der Wassermelonen" hat die Sommersaison begonnen. Die Betreiber des ungewöhnlichen Campingplatzes im südspanischen Hinterland blicken optimistisch in die Zukunft - wegen der Coronakrise. Denn das Tourismusgeschäft läuft nun nach neuen Spielregeln.
Candela Luque, Leiterin "Villa Sadia"
"Wir liegen im Gebirge bei Ronda, zwischen drei Naturparks. Gibraltar und die Küste sind nahe. (…) Durch das Coronavirus ist das attraktiv geworden. Im Vergleich zu den Hotels haben wir stärker vom Tourismus profitiert. Die Menschen gehen weniger an die Strände und mehr ins Inland. Wir haben mit einer geringen Nachfrage gekämpft, aber jetzt kommen die Menschen wieder in die ländlichen Gegenden."
In der Hochsommerhitze für 50 Euro die Nacht in einer riesigen Wassermelone aus Kunststoff zu übernachten, das dürfte erst amüsant sein und dann ziemlich stickig. Und trotzdem liegt es im Trend. Denn in der Coronakrise zählen andere Dinge, auch für Federico Ales, der aus Malaga in das Melonendorf gekommen ist.
Federico Ales, Tourist
"Urlaub auf dem Land ist viel ruhiger, auch und gerade hier. Hier sind weniger Menschen als an den Stränden, wo die Touristen dicht an dicht liegen. Ich bin das erste Mal hier und es gefällt mir gut."
Der Lockdown in Spanien war besonders scharf, die Landesgrenzen waren lange geschlossen. Das Tourismusgeschäft lag am Boden. Mit einem Anteil von rund 15 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes. Nun hofft die Branche auch auf die Spanier als Gäste.
Candela Luque, Leiterin "Villa Sadia"
"Wegen der geschlossenen Grenzen sind viel weniger Touristen aus dem Ausland in dieser Gegend gekommen. Der inländische Tourismus ist aber gewachsen. Vorher sind die Menschen nach Rom, Berlin oder Paris gereist. Aber im Moment suchen sie nach anderen Möglichkeiten und entdecken den Inlandstourismus."
Spanien wurde von Corona-Pandemie hart getroffen. Bislang sind in dem Land mehr als 28.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.