Oktoberfest 2011: Oans, zwoa - gsuffa!
Countdown zur Wiesn Ein Monster von einem Fest
München - Einen Tag vor Beginn des 178. Münchner Oktoberfests sind die letzten Aufbauarbeiten auf der Theresienwiese in vollem Gange. Lastwagen mit Gerüststangen fahren über das Gelände und Budenbesitzer füllen ihre Regale mit Lebkuchenherzen und Süßigkeiten auf. "Mein größter Wunsch ist wie jedes Jahr, es möge ein friedliches Fest werden", sagte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Donnerstag beim traditionellen Wiesn-Rundgang mit Wiesnchefin Gabriele Weishäupl. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden noch einmal erhöht, erstmals schützen knapp 200 Betonpoller das Fest vor möglichen Terrorangriffen.
Der Duft von gebrannten Mandeln breitet sich schon jetzt auf dem Wiesngelände aus. Das wohl spektakulärste neue Fahrgeschäft ist eine blinkende Riesenschaukel namens "Monster", bei der die Gondel bis zu 40 Meter hoch in die Luft schwingt und um die eigene Achse rotiert. Eine Straße weiter schnellen Boote auf einer Wildwasserbahn entlang. Palmen blinken grün und gelb auf der Rafting-Bahn "Rio Rapidos" und ziehen die Blicke der ersten Wiesn-Spaziergänger auf sich.
Von der derzeitigen guten Wirtschaftslage in Bayern verspricht sich Ude auch Auswirkungen auf das Volksfest. "In diesem Jahr brummt ja die Wirtschaft noch, zumindest bis zum vierten Quartal, da rechne ich auch ökonomisch mit einer besonders lebhaften Wiesn."
Zum zweiten Mal gibt's die "Oide Wiesn"
Wenig später geht Ude, der beim klassischen Anzapfzeremoniell am Samstag mit dem Ausspruch "O'zapft is" das diesjährige Fest eröffnen wird, über den Nostalgiebereich "Oide Wiesn" auf dem südlichen Teil der Theresienwiese. Dieser wurde erstmals 2010 zur Jubiläumsfeier "200 Jahre Oktoberfest" aufgebaut und ist in kleinerer Form auch jetzt wieder vertreten. Hier jedenfalls werde man nicht "an spanische Strände erinnert", versprach der Oberbürgermeister mit Blick auf die "Ballermann"-Stimmung in manchen Festzelten. Auf der Traditions-Wiesn gibt es unter anderem Belustigungen wie die "Dicke Berta", an der man(n) ähnlich wie beim "Hau den Lukas" seine Kraft erproben kann.
Einige Fahrgeschäfte sind kurz vor dem Oktoberfestbeginn noch nicht betriebsbereit, darunter die "Olympia-Looping"-Achterbahn. Sie ist an einer Stelle unterbrochen, weil es Beanstandungen bei den Bremsen gab, sagt der Leiter des Organisationsteams, Hans Spindler. Bis zum Beginn des Oktoberfestes soll die Bahn aber fahrbereit sein.
In einer mit Weintrauben verzierten Holzhütte lädt das Oktoberfest erstmals Besucher zu einem Wein-Stehausschank ein, sagt Weishäupl. Das sei vor allem etwas für Frauen, die nicht zur Maß greifen wollen.
Ude hofft zum Wiesn-Anstich am Samstag auf gutes Wetter. "Der Himmel soll weiter strahlen, denn dann ist der Tag des Einzugs der Wiesn-Wirte und erst recht der Sonntag mit dem Trachten- und Schützenzug eine helle Freude." Das Oktoberfest dauert 17 Tage bis zum 3. Oktober. Im vergangenen Jahr kamen 6,4 Millionen Besucher zu dem Volksfest.
Hohe Preise für Übernachtungen
Wer jetzt noch nach einer Unterkunft sucht, muss mit hohen Preisen rechnen. Das Internet-Buchungsportal HRS hat ermittelt, dass Münchner Hotels in der Festzeit einen durchschnittlichen Aufschlag von 77 Prozent verlangen.
Je nach Reisetermin gibt es da deutliche Unterschiede: Am zweiten Oktoberfest-Wochenende kassieren Münchner Hotels nach einer Untersuchung der Internet-Suchmaschine swoodoo fast das Dreifache der gewöhnlichen Preise. "Am zweiten Wiesn-Wochenende von Samstag zum Sonntag müssen Hotelgäste durchschnittlich 300 Euro pro Übernachtung und Zimmer berappen", sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Saller am Donnerstag.
Am günstigsten seien während der Wiesn noch die Nächte zum Montag - da "sinkt der Preis um ein Drittel auf 200 Euro Durchschnittspreis", sagte Saller. Außerdem gebe es dann in den Bierzelten mehr Platz, und Fahrgeschäfte böten längere Fahrzeiten fürs gleiche Geld. Bei Flügen nach München gebe es hingegen keine Preiserhöhungen zum Oktoberfest, sagte Saller.