Brandenburg: Die Nikoläuse sind los
Michendorfer Nikolauslauf Eilige Heilige
Michendorf - Hunderte wippende Zipfelmützen, fliegende rote Mäntel, im Wind flatternde weiße Bärte: In Michendorf waren am Sonntag die Nikoläuse los. Die Einwohner des Dorfes südlich von Potsdam sahen knapp 600 Weihnachtsmänner an ihren Haustüren vorbeiflitzen. Der Ort hatte zum zweiten Nikolauslauf geladen - zur bundesweit "größten laufenden Weihnachtsmann-Parade", wie der Laufclub Michendorf als Veranstalter versicherte.
Auf die 2,5 Kilometer und zehn Kilometer langen Strecken durften nur Läufer oder Walker starten, die mit roter Kutte und Zipfelmütze an den Start gingen. Auf die Idee war Konstantin Kuba im Herbst vor einem Jahr gekommen - natürlich beim Joggen. "Wir waren zu zweit beim Laufen im Wald und kamen auf die verrückte Idee, einen Lauf im Weihnachtsmannkostüm zu machen", erinnerte sich der Michendorfer.
Bürgermeisterin Cornelia Jung fand die Idee "genial" und sagte: "Ich mach euch den Engel". Zwei Monate später, im Dezember 2009, gab sie den Startschuss für den ersten Michendorfer Nikolauslauf, an dem sich 400 Menschen beteiligten.
"Die meisten Weihnachtsmänner kommen aus Brandenburg"
Auch zur zweiten Auflage erschien die Bürgermeisterin als Weihnachtsengel verkleidet. "Wir wollen, dass aus dem Lauf eine lange Tradition wird", sagte sie. Die Veranstaltung am Sonntag wurde zu einem Gemeinschaftsprojekt von Michendorfer Vereinen und Schulen, Gewerbetreibenden und der örtlichen Feuerwehr.
Ein ortsansässiger Spielwarenhändler gab eine Großbestellung an Weihnachtsmann-Kostümen auf, die aufgrund des für die Läufer vorgeschriebenen Nikolaus-Outfits auch ihren Absatz fanden. Ein Süßwarenhersteller sponserte Schokoladenweihnachtsmänner, die im Ziel verteilt wurden. An der Strecke reichten die Michendorfer heißen Tee und Glühwein.
"Die Idee ist toll, der Lauf sollte Tradition werden", meinte auch Silvia Zander, die an der Michendorfer Grundschule unterrichtet und ihre Schüler zum "Zipfelmützenlauf" begleitete. Bei dem Lauferlebnis haben ihre Schützlinge auch etwas gelernt: "Der schnellste Weihnachtsmann kommt aus Berlin, aber die meisten Weihnachtsmänner kommen aus Brandenburg", stellte ein Junge während der Siegerehrung fest.