Segelflug-Blog: Kein Alleinflug - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Über den Wolken Glück im Unglück

Stürmisch: Seitenwind verhinderte den Alleinflug
Stürmisch: Seitenwind verhinderte den Alleinflug

Stürmisch: Seitenwind verhinderte den Alleinflug

Foto: Michail Hengstenberg
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nein, es hat noch nicht geklappt mit dem Alleinflug. Das große, erste Etappenziel in der Segelflugausbildung, ich muss es vertagen. Aber ich bin darüber nicht unglücklich, im Gegenteil.

13 Tage bin ich jetzt in der Ausbildung, rund 60 Starts liegen hinter mir, am Ende hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei einem Seitenwind mit drei Beaufort wird der Landeanflug zum Rodeo.

Die Landung ist der anspruchsvollste Teil jedes Fluges, und unter diesen Bedingungen verdoppelt sich der Komplexitätsgrad. Man braucht mehr Fahrt, muss die Klappen anders setzen, mit dem Querruder einen Flügel gegen den Wind etwas hängen lassen und dabei noch die Bocksprünge ausgleichen, die das Flugzeug vollführt. Bei allem, was ich inzwischen gelernt habe - unter diesen Bedingungen waren mein Lehrer und ich einer Meinung: Den Alleinflug vertagen wir lieber.

Trotzdem habe ich diesen vorerst letzten Tag meiner Ausbildung genossen, nämlich genau dieser Bedingungen wegen. Ich habe wieder eine neue Seite des Segelfliegens kennengelernt, neue Bewegungsabläufe, neue Seiten an meinem Schulflugzeug. Und als es dann klappte mit der Landung trotz ruppiger Luft - wieder so ein Glücksmoment.

Jetzt habe ich erst mal Urlaub. Genau genommen hatte ich bereits vorige Woche Urlaub, aber die habe ich, mit Ausnahme eines Tages, komplett auf dem Flugplatz verbracht. Nach dreieinhalb Wochen Fliegerei ist es ein seltsames Gefühl, wieder zurück ins normale Leben entlassen zu werden.

Mit einem Auge linse ich allerdings auch schon wieder auf den Kalender, wann ich das nächste Mal abheben kann. Damit es bald mit dem Alleinflug klappt.