Zehnmal sagenhafte Orte: Echo der Steinzeit - DER SPIEGEL
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Zehnmal sagenhafte Orte Echo der Steinzeit

Traurige Wasserfrauen, rachsüchtige Teufel und alte Kaiser: Deutschland ist bevölkert von sagenhaften Gestalten - man muss nur wissen wo! SPIEGEL ONLINE führt zu zehn Ausflugszielen, die Forschern noch immer Rätsel aufgeben und über die Mystisches gemunkelt wird.
Von Anne Alichmann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
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Sagenumwobene Ausflugsziele: Von Spukschloss bis Höhle

Foto: Cornelia Mertens

Im nordfriesischen Watt, zwischen Pellworm und Nordstrand, sind an manchen Tagen rätselhafte Schatten zu sehen: Dunkle Streifen ziehen sich durch den grauen Schlick, schnurgerade, viele Meter lang. Aus Sand geformte Kreise tauchen auf dem feuchten Boden auf, in ihrer Mitte sammelt sich Wasser. Und manchmal - wenn der Wind nicht pfeift - soll von hier aus das Läuten von Kirchturmglocken zu hören sein.

Es sind die Überreste von Rungholt, einer versunkenen Inselsiedlung in Nordfriesland, um die sich lange Mythen und Legenden gerankt hatten: Der Ort sollte bei einer verheerenden Sturmflut vor mehr als 600 Jahren in der Nordsee untergegangen sein. Vermögende Händler hätten hier einst gelebt, Friesen, die sich lieber der Völlerei hingaben, als in die Kirche zu gehen. Ihre Gottlosigkeit soll es einer alten Sage nach auch gewesen sein, die ihnen zum Verhängnis wurde.

Danach trieben die Rungholter einst ein böses Spiel mit dem Pfarrer des Ortes. Bei einem Besäufnis im Wirtshaus wurde der Plan ausgeheckt und umgesetzt: Die Männer flößten einer Sau Alkohol ein und baten den Geistlichen, dem betrunkenen Tier die letzte Ölung zu erteilen. Doch der herbeigerufene Pfarrer weigerte sich, woraufhin die Rungholter seinen Abendmahlskelch stahlen. Das war zu viel. Der Gottesmann eilte in die Kirche und flehte den Himmel um Rache an. Noch in derselben Nacht wurde Rungholt von der Nordsee verschluckt, sagt die Legende.

Schwierige Spurensuche

Nordfrieslands Atlantis galt als ein Mythos. Doch 1921 entdeckte ein Heimatforscher die Spuren im Watt: Überreste von Gräben, Mauern und Brunnen - und das sagenhafte Rungholt wurde real. "Es gibt keine genauen schriftlichen Überlieferungen über den Ort", sagt Robert Brauer, 71, der als Nationalparkwart jahrelang auf der Hallig Südfall in der Nähe des Fundortes gewohnt und sich an der Erforschung Rungholts beteiligt hat.

Vermutlich hätten dort aber tatsächlich reiche Friesen in einer kleinen Siedlung gelebt und überregionalen Handel betrieben. "Denn es gibt Urkunden über Handels- und Durchfahrtsrechte mit dem Siegel von Rungholt", sagt Brauer. Außerdem hätten die Forscher rheinische und spanische Keramiken im Schlick gefunden.

Wahrscheinlich war es aber nicht die mangelnde Gottesfurcht, die die Inselbewohner ins Verderben stürzte. "Die Rungholter sind mehr oder weniger an ihrer Profitgier kaputtgegangen", sagt Brauer. Sie hätten aus den Vorländereien Torf abgegraben, um daraus Salz zu gewinnen, das sie verkaufen konnten. Dadurch seien die Wellen vor Rungholt immer höher geworden.

Und schließlich hätten die Bewohner auch noch angefangen, den Inselboden zu entwässern, wodurch das Land um einige Zentimeter nach unten gesackt sei - und mit ihm die Deiche. "Und weil die Leute Querköppe waren, haben sie auch nicht auf Ermahnungen gehört", sagt Brauer. Und dann sei eines Nachts die Sturmflut über sie hereingebrochen.

Die Legenden um Rungholt hören die Besucher gerne, die heute auf den Spuren der Siedlung durch das Watt wandern. Wer Glück hat, kann zwischen Muscheln und Pfützen Überreste entdecken, Brunnen, Gräben, Warften. Doch nicht immer gibt das Watt den Blick darauf frei: "Man kann heute einen Brunnenring zeigen, und nach drei Wochen ist der wieder weg", sagt Brauer. Außerdem brauche es ein bisschen Phantasie, um im Schlick etwas zu erkennen: "Man darf nicht stur gucken, man muss immer das Profil und die Schattierungen des Watts beobachten."

Es sei schon ein eigenartiges Gefühl, über das ehemalige Gebiet von Rungholt zu laufen, sagt Brauer. Kann man tatsächlich noch die Kirchenglocken der Siedlung hören? "Wenn man dort draußen im Watt ist, dann hört man Geräusche, die man vorher noch nie wahrgenommen hat."


NordseeMuseum Husum  
Herzog-Adolf-Straße 25
25813 Husum
Tel. 04841/2545

Öffnungszeiten:
Das Museum ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr, von November bis März täglich (außer montags) von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 2 Euro.

Führungen:
Wanderungen ins Gebiet von Rungholt  bietet die Nationalpark-Wattführerin Cornelia Mertens an zwei Samstagen im Monat von der Insel Nordstrand aus an. Termine und Anmeldung unter Tel. 04842/488. Erwachsene zahlen 6 Euro, Kinder 3 Euro.

Blautopf auf der Schwäbischen Alb - Wo die Nixe wohnt

Blautopf in Blaubeuren: Einer Sage nach einst die Wohnung einer Nixe

Blautopf in Blaubeuren: Einer Sage nach einst die Wohnung einer Nixe

Foto: Tourismus Blaubeuren

Hinter einer alten Klosterkirche im baden-württembergischen Blaubeuren liegt ein rätselhaftes Gewässer, der sogenannte Blautopf: Unergründlich soll der tiefblaue See sein, ohne Boden und mit geheimnisvollen Höhlen tief unten im Wasser.

Einer Sage nach lebte dort einst die schöne Lau, eine junge Wasserfrau. Sie sei von ihrem Gemahl, einem alten Donau-Nix aus dem Schwarzen Meer, in den See verbannt worden, weil sie ihm nur tote Kinder gebar. Schuld daran sei ihre immerwährende Traurigkeit, glaubte die Schwiegermutter: Sie dürfe erst zurückkehren und Mutter werden, wenn sie fünfmal von Herzen gelacht haben würde. Es heißt, die Bürger von Blaubeuren hätten der jungen Nixe schließlich beigebracht, wieder fröhlich zu sein - und seien dafür reich belohnt worden.

Heute wissen die Blaubeurer, dass die Quelle nicht bodenlos ist: Tauchern ist es gelungen, zum Grund des Sees in 22 Meter Tiefe vorzudringen. Dabei entdeckten sie ein weit verzweigtes, unterirdisches Höhlensystem, das nun erforscht wird. An die schöne Lau erinnert eine Steinskulptur am Ufer des Blautopfs. Und manch einer will die Wassernixe auch heute noch in den Tiefen der Quelle beobachtet haben.


Touristinformation im Rathaus 
Karlstraße 2
89143 Blaubeuren
Tel. 07344/9669-0

Öffnungszeiten:
Der Zugang zum Blautopf ist jederzeit kostenlos möglich.

Führungen:
Eine Stadtführung durch Blaubeuren für Einzelpersonen findet von April bis Oktober jeden Samstag um 10.30 Uhr statt. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder ab 10 Jahren 2,50 Euro. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Weitere Führungen zu verschiedenen Themen können über die Tourismuszentrale  gebucht werden.

Gollenstein im Saarland - Wetzstein eines Riesen

Gollenstein: Ein fast sieben Meter hoher Menhir

Gollenstein: Ein fast sieben Meter hoher Menhir

Foto: Tourismus Zentrale Saarland

Der größte Menhir Mitteleuropas steht im Saarland: Nahe der Stadt Blieskastel ragt der fast sieben Meter hoher Sandsteinkoloss in die Höhe und ist geschätzte 4000 Jahre Jahre alt. Wer ihn errichtet hat und zu welchem Zweck, bleibt jedoch ein Rätsel. Einer Sage nach nutzte der Riese Goliath die Säule als Wetzstein - noch heute soll sie sich um Mitternacht beim Schlag der Kirchenglocken von Blieskastel um sich selbst drehen.

Wissenschaftler vermuten dagegen, dass der Hinkelstein eine heidnische Totenkultstätte gewesen sein könnte. Wurde hier also einst der verstorbenen Ahnen gedacht?

Über eines herrscht jedoch Gewissheit: Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs fürchteten die Nationalsozialisten, der markante Stein könnte zum Orientierungspunkt für die französische Artillerie werden. Die Wehrmacht legte den Menhir um, der dabei in vier Teile zerbrach. Im Jahr 1951 wurde der Stein wieder zusammengesetzt und aufgerichtet.


Verkehrsamt Blieskastel 
Zweibrücker Str. 1
66440 Blieskastel
Tel. 06842/926-1314

Öffnungszeiten:
Der Zugang zum Gollenstein ist jederzeit frei möglich.

Führungen:
Führungen finden nach Vereinbarung statt.

Barbarossahöhle im Kyffhäuser - Wohnzimmer des alten Kaisers

Barbarossahöhle: Grotten und Seen auf 13.000 Quadratmetern

Barbarossahöhle: Grotten und Seen auf 13.000 Quadratmetern

Foto: Barbarossahöhle Rottleben

Bizarre Gesteinsformationen, riesige Grotten und kristallklare, blaugrün schimmernde Seen: Jedes Jahr besuchen Tausende Touristen die Barbarossahöhle im thüringischen Mittelgebirge Kyffhäuser. Auf einer Führung durch die unterirdischen Gänge und Gewölbe hören sie die Legende, die sich um die Gipshöhle rankt.

Danach sei der alte Kaiser Barbarossa nicht gestorben, sondern dank eines geheimnisvollen Zaubers in ein unterirdisches Schloss versetzt worden. Dort sitzt er nun seit vielen Jahrhunderten schlafend an einem Tisch, um den sich schon sein feuerroter Bart schlingt. Alle hundert Jahre wacht er der Sage nach auf und schickt einen Knaben hinaus, um nachzusehen, ob die Raben noch um den Kyffhäuser fliegen. Wenn das der Fall ist, schließt Barbarossa wieder seufzend die Augen und schlummert weiter.

Erst wenn ein Adler die Raben vertrieben hat und wenn Barbarossas Bart dreimal um den Tisch herumgewachsen ist, wird das Warten ein Ende haben: Dann steigt der alte Kaiser hinauf in die Welt, um erneut zu regieren - so verheißt es die Legende.

Die Barbarossahöhle wurde am Ende des 19. Jahrhunderts von Bergmännern zufällig entdeckt. Sie ist inzwischen gut erforscht, ein Großteil der Gesamtfläche von 13.000 Quadratmetern ist für Besucher zugänglich. Den Kaiser selbst hat in den Tiefen noch niemand entdeckt, seinen Tisch und seinen Stuhl allerdings schon - die Felsenmöbel stehen dort aber auch erst, seit die Höhle für Touristen geöffnet ist.

Barbarossahöhle im Geopark Kyffhäuser 
Mühlen 6
06567 Rottleben/Kyffhäuser
Tel. 034671/54513

Öffnungszeiten:
Von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr, von November bis März täglich (außer montags) von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Führungen:
Die Besichtigung der Höhle ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Erwachsene zahlen 7,50 Euro, Kinder von 3 bis 16 Jahren 4 Euro.

Hexentanzplatz im Harz - Zu Ehren der Waldgötter

Auf dem Hexentanzplatz in Thale: Bronzefiguren schauriger Gestalten

Auf dem Hexentanzplatz in Thale: Bronzefiguren schauriger Gestalten

Foto: Tourismus Bodetal

Jedes Jahr zur Walpurgisnacht herrscht im Harz heidnisches Treiben. Nicht nur auf dem Brocken ist dann viel los - sondern auch auf einem Felsplateau im nahe gelegenen Thale. Auf dem sogenannten Hexentanzplatz treffen sich Esoteriker zum gemeinsamen Feiern.

Ein Fest mit einer langen Tradition: Schon im Mittelalter sollen an diesem Ort die Sachsen ihre Wald- und Berggöttinnen verehrt haben. Es heißt, eines Tages habe der christliche König die heidnischen Rituale verboten und den Platz von Soldaten bewachen lassen. Daraufhin hätten sich die Sachsen als Hexen und Teufel verkleidet und den Wachen aufgelauert. Zu Tode erschrocken, hätten sich die Männer des Königs von da an nicht mehr auf den Felsen getraut - und die Sachsen seien an ihre Kultstätte zurückgekehrt.

Wer heute auf dem Hexentanzplatz etwas erleben will, muss aber nicht unbedingt in der Nacht zum ersten Mai dorthin fahren: Auf dem Plateau gibt es auch ein Bergtheater, eine Sommerrodelbahn und einen Tierpark. Ein kleines Museum im altgermanischen Stil thematisiert Goethes "Faust" und andere Walpurgissagen.


Bodetal-Information Thale 
Bahnhofstr. 3
06502 Thale
Tel. 03947/2597

Öffnungszeiten:
Der Hexentanzplatz ist jederzeit kostenlos zugänglich. Wer mit der Seilbahn hochfahren möchte, sollte die Fahrtzeiten und Preise  beachten.

Führungen:
Hexenführung für Einzelpersonen und kleine Gruppen von Mai bis Oktober jeden Samstag um 11 Uhr. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder bis 10 Jahre 3 Euro. Treffpunkt ist die Bodetal-Information in Thale.

Externsteine im Teutoburger Wald - Sternwarte oder Kultstätte?

Externsteine: Felsengruppe mit mysteriösen Spuren

Externsteine: Felsengruppe mit mysteriösen Spuren

Foto: TMN

In Stein geschlagene Grotten, geheimnisvolle Reliefs und ein mysteriöser Sargfelsen: An den Externsteinen im nordrhein-westfälischen Teil des Teutoburger Waldes finden sich zahlreiche Spuren menschlicher Nutzung. Doch welche Funktion die monumentale Felsengruppe in der Vergangenheit erfüllte, bleibt ungeklärt. Nutzten Heiden den Ort einst als Kultstätte? Versammelten sich dort Christen? Oder handelt es sich bei den Steinen um eine uralte Sternwarte?

Lediglich über die Entstehung der Felsen herrscht Klarheit: Geologen wissen, dass die Externsteine vor rund 70 Millionen Jahren entstanden, als sich durch Verschiebungen der Erdkruste der ursprünglich flache Sandstein senkrecht aufstellte. Durch Verwitterung und Abtragung entwickelten sich schließlich die bizarren Formen der Felsengruppe.

Heute können Besucher die von einem Park umgebenen Externsteine über Treppen und Brücken besteigen. Zur Walpurgisnacht und zur Sommersonnenwende treffen sich dort Esoteriker aus ganz Deutschland: Sie wollen an den Felsen eine ungewöhnlich intensive Erdstrahlung spüren.


Infozentrum Externsteine 
Externsteiner Str. 35
32805 Horn-Bad Meinberg
Tel. 05234/2020769

Öffnungszeiten:
Die Externsteine können von Ostern (spätestens jedoch ab Anfang April) bis Ende Oktober bestiegen werden. Erwachsene zahlen 1,50 Euro, Kinder 1 Euro. Außerhalb der Saison ist nur eine Plattform frei zugänglich. Das Infozentrum ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Führungen:
Führungen mit Besteigung der Felsen finden von April bis Oktober immer freitags, samstags, sonntags und feiertags um 15 Uhr statt. Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder 2 Euro. Treffpunkt ist das Infozentrum.

Loreley am Rhein - Betörender Nixengesang

Loreleyfelsen: Ort zahlreicher Schiffsunglücke

Loreleyfelsen: Ort zahlreicher Schiffsunglücke

Foto: Karin Hünerfauth-Brixius/ Rheinland-Pfalz Tourismus

Starke Strömungen und gefährliche Untiefen: Die Flussbiegung am Loreleyfelsen in Rheinland-Pfalz ist bei Schiffern berüchtigt. Erst Anfang des Jahres kenterte in der Nähe ein Tanker.

Im Mittelalter kamen solche Schiffsunglücke allerdings weitaus häufiger vor: Schuld daran sei damals eine wunderschöne Nixe gewesen, heißt es in einer Sage. Sie habe auf dem Schieferfelsen am Rheinufer gesessen, in der Abendsonne ihr langes Haar gekämmt und dabei eine liebliche Melodie gesungen. Von der Anmut und der Stimme des Mädchens fasziniert, hätten die Schiffer nicht auf die gefährlichen Strudel im Fluss geachtet - und ihre Boote seien an den Felsenriffen zerschellt.

Heute lockt eine grandiose Aussicht die Besucher aus aller Welt auf den steil aufragenden Felsen: Denn von oben ist der Blick frei auf die Rheinkurven und die mittelalterliche Burg Katz in Sankt Goarshausen.


Besucherzentrum Loreley 
Auf der Loreley
56346 Sankt Goarshausen
Tel. 06771/599093

Öffnungszeiten:
Der Aussichtspunkt am Loreleyfelsen ist jederzeit frei zugänglich. Das Besucherzentrum ist von März bis Anfang November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar nur an den Wochenenden von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro, für Kinder 1,50 Euro.

Führungen:
Verschiedene Führungen zu unterschiedlichen Themen können über das Besucherzentrum gebucht werden.

Sonnenobservatorium im Burgenlandkreis - Holzkreis aus der Steinzeit

Rekonstruiertes Sonnenobservatorium: Ein Graben, zwei Palisadenringe

Rekonstruiertes Sonnenobservatorium: Ein Graben, zwei Palisadenringe

Foto: Gosecker Sonnenobservatorium

Vor 20 Jahren machten Wissenschaftler in Sachsen-Anhalt einen sensationellen Zufallsfund. Auf einem Luftbild entdeckten sie die Überreste eines steinzeitlichen Sonnenobservatoriums - vom Prinzip her ähnlich den mystischen Steinkreisen im englischen Stonehenge.

Die Anlage wurde wahrscheinlich vor rund 7000 Jahren errichtet und bestand aus einem kreisförmigen Graben und zwei konzentrischen Holzpalisaden. Sie diente womöglich nicht nur der Himmelskunde: Experten vermuten, dass sich die Steinzeitmenschen dort auch zu rituellen Festen trafen oder Tote bestatteten. Bei Grabungen traten auf dem Feld nahe der Gemeinde Goseck nämlich nicht nur Werkzeuge, Scherben und Tierknochen ans Licht, sondern auch Menschenskelette.

Nachdem Archäologen die Spuren der Anlage vollständig freigelegt, vermessen und dokumentiert hatten, wurde das Sonnenobservatorium im Jahr 2005 aufwendig rekonstruiert: Besucher können die neu aufgestellten Holzpalisaden und den ausgehobenen Graben besichtigen.

Gosecker Sonnenobservatorium e.V. 
Burgstr. 53
06667 Goseck
Tel. 03443/379478

Öffnungszeiten:
Die Anlage ist jederzeit frei zugänglich. Das Informationszentrum im naheliegenden Schloss ist dienstags bis sonntags geöffnet, von April bis Oktober von 10 bis 18 Uhr, von November bis März von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2 Euro, für Kinder 1 Euro.

Führungen:
Führungen finden an Sonntagen und Feiertagen um 14.30 Uhr statt. Erwachsene zahlen 2 Euro, Kinder 1 Euro. Weitere Führungen sind nach Absprache möglich.

Burg Wolfsegg in der Oberpfalz - Gespenst im Leichenhemd

Wolfsegg in Bayern: Mittelalterliches Gemäuer mit Spukfaktor

Wolfsegg in Bayern: Mittelalterliches Gemäuer mit Spukfaktor

Foto: Wolfgang Söllner

Eine schemenhafte Gestalt in den Gemäuern der bayerischen Burg Wolfsegg versetzte in den sechziger Jahren ein Ehepaar in Angst und Schrecken: Die beiden waren sich sicher, ein Gespenst gesehen zu haben. Ihre Geschichte ging um die Welt, und schließlich reiste ein Parapsychologe mit seinem Medium aus New York an, um der rätselhaften Erscheinung nachzugehen. Er meinte den Geist schließlich als Klara von Helfenstein identifiziert zu haben.

Die Gräfin lebte einer Sage nach im Mittelalter mit ihrem Gatten auf der Burg. Weil dieser viel auf Reisen war, habe sich die junge Adelige auf eine Liebschaft mit einem anderen eingelassen. Der betrogene Ehemann habe schließlich davon erfahren - und seine Frau umbringen lassen. Seit ihrem tragischen Tod irre Klara nun in ihrem letzten Gewand, dem weißen Leichenhemd, ruhelos durch die Burg.

Der Parapsychologe glaubte sogar, den genauen Tatort des Mordes feststellen zu können: Die Gräfin müsse in der sogenannten Weizkammer erstochen worden sein.

Aber nicht nur die Burg selbst birgt einige Geheimnisse: Im Felsen unter dem Gemäuer befindet sich eine geheimnisvolle Tropfsteinhöhle, aus der dann und wann mysteriöse Geräusche dringen sollen.


Burg Wolfsegg 
Burggasse
93195 Wolfsegg
Tel. 09409/1660

Öffnungszeiten:
Die Burg ist von Mai bis September an den Wochenenden und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2 Euro, für Kinder von 3 bis 14 Jahren 1 Euro.

Führungen:
Führungen finden nach Absprache statt und kosten zusätzlich 30 Euro pro Gruppe.

Teufelstisch im Pfälzerwald - Tod um Mitternacht

Teufelstisch: Bei Kletterern beliebter Buntsandsteinfels

Teufelstisch: Bei Kletterern beliebter Buntsandsteinfels

Foto: Jacques Noll/Tourismus Hauenstein

Im Pfälzerwald sind heute zumeist Wanderer unterwegs - doch früher soll hier ein finsterer Geselle sein Unwesen getrieben haben.

Einer Sage nach war es der Teufel höchstpersönlich, der in der Nähe von Hinterweidenthal zwei riesige Sandsteinfelsen zu einem Tisch aufstellte, um daran sein Essen zu verspeisen. Als am folgenden Tag die Bewohner des Dorfes die seltsame Anordnung der Steine entdeckten, seien sie verschreckt gewesen. Sie hätten gleich gewusst: Das muss der Teufel gewesen sein! Nur einer habe sich furchtlos gegeben, gelacht und erklärt, er wolle sich des Abends mit dem Bösewicht dort treffen. Um Mitternacht sei in der Ferne ein grausiger Schrei ertönt - und der Mann sei nie wieder gesehen geworden.

Der 14 Meter hohe Teufelstisch kann heute auf drei Routen erklettert werden. In direkter Nähe befindet sich ein Erlebnispark mit einem geologischen Lehrpfad, einer Felsenrutsche, einer Minigolfanlage und einer Seilbahn.


Touristinformation Hauenstein 
Turnstr. 5
76846 Hauenstein
Tel. 06392/9233340

Öffnungszeiten:
Der Teufelstisch ist jederzeit kostenlos zugänglich. Auch der Eintritt in den Erlebnispark  ist frei, er ist im Sommer täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Führungen:
Führungen werden nicht angeboten.