Côte d'Azur: Abschlag aus dem Weinberg - DER SPIEGEL
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Côte d'Azur Abschlag aus dem Weinberg

Zwischen Olivenhainen, Weinbergen und dem Meer in der Ferne gelegen, ist der Platz "Golf de Fregate" eigentlich viel zu schön zum Golfspielen. Aber auch die anderen zwölf Parcours an Frankreichs "blauer Küste" zeichnen sich durch besondere Lagen aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Saint Raphael - In Südfrankreich lassen sich nicht nur gute Weine und die Sonne genießen - die Côte d'Azur ist auch ein ausgezeichnetes Ziel für Golfer. Die Sorgfalt, mit der im Département Var die Winzer seit eh und je nur das beste Weinland auswählten, haben in jüngster Zeit auch die Golfplatzarchitekten an den Tag gelegt. Die 13 Plätze an Frankreichs "blauer Küste" sind wunderschön gelegen - und sie sind das ganze Jahr bespielbar.

Als gute Zeit zum Abschlagen gilt vor allem die Nebensaison: Wenn in Deutschland die Plätze gesperrt sind, ist es zwischen Saint Cyr-sur-Mer und Saint Raphael in der Regel angenehm warm. Die Einheimischen begegnen den Touristen zudem mit mehr Zeit, und die Golfplätze sind leerer als im Hochsommer. Die Greenfees liegen bei 36 bis 55 Euro und sind damit günstiger als oft in Portugal und Spanien.

Fast genau in der Mitte zwischen Marseille und Toulon liegt inmitten eines Weinguts der Platz "Golf de Fregate". Er erhielt bereits Lob aus berufenem Munde: "Dieser Platz ist einer der besten Golfplätze Europas, die man im Winter spielen kann", sagte der Spitzenspieler Colin Montgomerie aus Schottland. Eigentlich sind die 18 Löcher zwischen Weinbergen, Olivenhainen und dem Meer in der Ferne viel zu schön zum Spielen. Wer sich jedoch zu sehr auf die Aussicht konzentriert, wird an dem nicht gerade leichten Parcours verzweifeln.

Der Golfplatz von Fregate ist nicht besonders lang, aber gespickt mit Hindernissen und - ohne Buggy - nur etwas für konditionsstarke Golfer. Zum ständigen Auf und Ab kommt noch der meist kräftige Wind, der den kleinen Ball allzu leicht vom rechten Weg abbringt. Mancher Spieler wird das am Ende der 18. Bahn liegende Clubhaus herbeisehnen, um sich dort bei den bekannten Köstlichkeiten der französischen Küche oder bei einem der edlen Tropfen des Weingutes zu erholen.

In "Sainte Baume" - einem Parklandkurs zu Füßen des gleichnamigen Felsmassivs - kann man es ruhiger angehen lassen. Die Anlage, die mit acht weiteren zur "Open Golf Club"-Gruppe in Frankreich gehört, ist bis auf wenige Ausnahmen flach und auch für Anfänger gut zu schaffen.

Weiter geht es nach Saint Endreol. Experten wählten den Golfkurs dort zu einem der fünf schönsten Plätze Frankreichs - zu den bekanntesten im Land zählt er ohnehin. Das berühmte Loch 13 ziert viele Prospekte und bleibt jedem, der es gespielt hat, in guter oder schlechter Erinnerung: Von hoch oben muss ein in das Flüsschen Endre gebautes Inselgrün getroffen werden, das dazu noch mehr Bunkerfläche als Rasen hat. Wer hier sein Handicap spielt, kann stolz sein.

Doch nicht nur die 144 Meter lange 13. Bahn ist für Erzählungen nach der Runde gut, schon das 2. Loch mit seinen Wasserhindernissen zeigt dem Golfer schnell seine Grenzen auf. Eine Erholungsbahn gibt es auf dem hügeligen Platz nicht - dazu kommen noch verhältnismäßig lange Wege zwischen den Löchern. Ein Buggy ist hier empfehlenswert.

30 Kilometer von Saint Endreol entfernt pulsiert das Leben an der Côte d'Azur: Cannes und St. Tropez sind schnell erreichbar - sofern man nicht im Verkehr stecken bleibt. Vor allem das immer noch mondäne St. Tropez bleibt einen Ausflug wert. Die Gassen der Altstadt hinter dem Hafen haben sich trotz der vielen Designerläden, die sie heute säumen, etwas von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt.

Nicht weit von St. Tropez entfernt liegt der Golfplatz von Sainte-Maxime, oberhalb des gleichnamigen Ortes. Rund 30 000 Greenfee-Spieler konnte Manager Jerome Lauredi im Jahr 2002 begrüßen, die meisten von ihnen kamen aus Skandinavien und aus Deutschland.

Sainte-Maxime ist also alles andere als ein Geheimtipp und deshalb auch häufig sehr stark frequentiert. Viele Bahnen führen hier zudem dicht an Ferienhäusern vorbei. Dennoch hat der Golfplatzarchitekt Donald Harradine aus Großbritannien darauf geachtet, die Natur nicht zu kurz kommen zu lassen. Vor allem auf den zweiten neun Löchern und von der Clubhaus-Terrasse aus kommt der Spieler häufig in den Genuss eines spektakulären Ausblicks: auf die wunderschöne Bucht von St. Tropez und das Esterel-Gebirge.

Von Dagmar Garbe, gms