Deutsche Bahn Trubel ums Wochenendticket
Berlin - Die Bahn hatte beabsichtigt, das Ticket ab dem 1. April am Schalter für 30 Euro zu verkaufen. Am Automaten und beim Verkauf übers Internet indes sollte der Preis weiterhin 28 Euro betragen. Durch diese Maßnahme wollte die Bahn die Fahrkartenschalter entlasten, erklärte Presesprecherin Birgit Röher.
Mit seinen Plänen für ein verteuertes Wochenende-Ticket war das Unternehmen auf Granit gestoßen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat als zuständige Behörde den Antrag der Bahn AG auf eine Preiserhöhung zurückgewiesen.
Zuvor hatten mehrere Länder sich entschieden gegen die Pläne der Bahn ausgesprochen. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern lehnen die Tariferhöhung ab. Auch Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt hatten Kritik an der Preiserhöhung geübt, die zunächst bis Ende 2003 befristet sein sollte. Für eine Preisänderung wäre jedoch die Zustimmung aller Bundesländer nötig gewesen.
Die Länder sähen in der Tariferhöhung eine Ungleichbehandlung der Kundschaft, so der Sprecher des Darmstädter Regierungspräsidiums, Dieter Ohl. Darüber hinaus klagten einige Länder, dass es flächendeckend nicht genug Automaten gebe und nicht jeder Zugang zum Internet habe.
Nun könnte die Bahn das «Wochenend-Ticket» zum 1. April abschaffen. Sie hat eine vierwöchige Einspruchsfrist. Bei der Bahn hieß es zunächst lediglich, das weitere Vorgehen müsse noch geprüft werden.
Mit dem "Schönes-Wochenende-Ticket" können fünf Personen einen Tag lang am Wochenende alle Nahverkehrszüge in Deutschland nutzen. Das Angebot gibt es seit 1994. Bei seiner Einführung kostete es 15 Mark. Erst im vergangenen Jahr wurde das Ticket sieben Euro teurer. Die Verkaufszahlen gingen daraufhin kräftig zurück: 2001 wurden noch 6,7 Millionen "Schönes- Wochenende-Tickets" verkauft. 2002 waren es 4,9 Millionen.