Fundservice: Die Suchmaschine der Bahn - DER SPIEGEL
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Fundservice Die Suchmaschine der Bahn

Glasaugen, Handschellen, ein Bundesverdienstkreuz - ungewöhnliche Fundstücke liegen im Kuriositäten-Kabinett der Deutschen Bahn. Jetzt will das Unternehmen Abhilfe schaffen. Verlorene Gegenstände sollen mit einem neuen Computersystem schneller an die Eigentümer zurückgegeben werden.
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Schneller finden, lautet die neue Devise der Bahn. Unter der "FundService"-Hotline (01805-990599) wurden daher die 110 Fundstellen und das zentrale Fundbüro in Wuppertal vernetzt. Das neue Computersystem soll in die Flut der Fundstücke Ordnung bringen. Jährlich zählt die Bahn rund 200.000 Fundsachen, darunter vor allem Kleidungsstücke, aber auch zahlreiche Handys und Akten. "Wer im Zug oder im Bahnhof etwas verloren hat, kann sich an alle Bahn-Mitarbeiter oder direkt an das FundService-Callcenter wenden", erklärte der zuständige Bahn-Manager, Willi Meurer. Zunächst würden die Beschreibungen von verlorenen Gegenständen, Verlust-Ort und persönliche Daten im Computer erfasst und dann automatisch mit den eingehenden Fundmeldungen verglichen. Der Eigentümer werde bei Übereinstimmungen direkt per Post informiert.

Meurer sagte, mit dem neuen System werde die Suche zuverlässiger und schneller. Bei der bisherigen Suche ohne Computerhilfe habe man viele Gegenstände nicht finden und zuordnen können. Mit der Einführung der neuen Software, die alle Fundstellen seit Anfang des Jahres vernetzt, sei die Quote der zurückgegebenen Gegenstände bereits von 15 auf 25 Prozent gestiegen.

Die Mitarbeiter im neu eingerichteten FundService-Callcenter in Berlin nehmen montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 20 Uhr Suchmeldungen auf. Die Einrichtung der Telefonzentrale wertet die Bahn bereits als Erfolg: Schon während der Probephase wurden täglich 900 Anrufe gezählt.

Nicht abgeholte Gegenstände werden versteigert

Gefundene Sachen werden wie bisher von allen Bahn-Mitarbeitern entgegengenommen. Die Gegenstände werden zunächst eine Woche lang in den Fundstellen an 110 größeren Bahnhöfen aufbewahrt. Wenn sich der Eigentümer während dieser Zeit meldet, kann er die Fundstücke dort kostenlos abholen oder sie sich gegen eine Gebühr von pauschal 31 Mark zuschicken lassen.

Nach einer Woche ohne Abholung werden alle Sachen an das zentrale Fundbüro in Wuppertal gebracht, wo sie weitere vier Wochen gelagert werden. Eine Zusendung von dort kostet dann 50 Mark. Die meisten nicht abgeholten Gegenstände kommen schließlich wie in der Vergangenheit einmal pro Woche in Wuppertal zur Versteigerung.

Die Meldung von verlorenen Gegenständen sei bald auch für jeden Kunden direkt über das Internet möglich, erklärte Manager Meurer. Allerdings müssten dafür zunächst noch Sicherheitsfragen geklärt werden, damit Betrüger das System nicht missbrauchen könnten.