Hamburg: Hochglanz-Heimspiel - DER SPIEGEL
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Hamburg Hochglanz-Heimspiel

Kiez, Kultur, Hafen, HipHop und hanseatisches Understatement: Zum 20-jährigen Jubiläum widmet sich das Reisemagazin "Geo Special" der Stadt, in der die Redaktion ihren Sitz hat: Hamburg.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hier startete der zweimonatlich erscheinende Ableger des Reportage-Magazins "Geo" 1981 mit einer New-York-Ausgabe. Und auch mehr als hundert Ausgaben später verleugnet das Hochglanzheft seine Herkunft nicht. Mit opulenter Optik und langen Texten führt die aktuelle Ausgabe (222 Seiten, 15,30 Mark) den Leser in bekannte und weniger bekannte Winkel der Elbmetropole.

Das Leben am und im Hafen steht dabei im Vordergrund - schließlich sind die Hamburger Landungsbrücken nach dem Brandenburger Tor die zweitbeliebteste deutsche Touristenattraktion. Neben Postkarten-Panoramen, Speicherstadt-Idylle und Ausblicken aus Edel-Büros finden sich aber auch ganz unromantische, industrielle Perspektiven: "Heavy Metall im Hafen" heißt eine Reportage über die Arbeit in den gigantischen Container-Terminals am Südufer der Elbe, die Einheimische und Touristen in der Regel nur aus der Distanz kennen.

Während in diesem Teil des Hafens Menschen zunehmend den Maschinen weichen, sollen sie am Nordufer der Elbe scharenweise zurückkehren: Hier entsteht auf brachliegenden Hafenanlagen der künftige Stadtteil "Hafencity", Europas größtes Stadtentwicklungsprojekt.

Die Schattenseite von Deutschlands reichster Stadt zeigt die beeindruckende Reportage über Hamburgs "Bronx", die Berzeliusstraße im abgelegenen Stadtteil Billbrook. Einem früheren Brennpunkt, der ehemaligen Anarcho-Hochburg Hafenstraße, wird ein Hausbesuch abgestattet.

Und auch die berühmteste hanseatische Meile, die Reeperbahn, wird ausführlich behandelt. Motto der 14 Seiten: "Unterm Strich liebenswert". Ohne Abstriche lesenswert sind die Kulturthemen. Da stellen acht prominente Theatergänger, unter anderem Henning Voscherau, Wilhelm Wieben und St.-Pauli-Fußballer Markus Lotter, durchaus kritisch die großen Bühnen der Stadt vor.

Da wird der Frage nachgegangen, wieso gerade Hamburg zur deutschen HipHop-Hochburg wurde. Und da führt eine multikulturelle Weltreise im Stadtgebiet nach Ghana, Japan, Iran, Afghanistan oder zu den Kapverden. Wer selbst nach und in Hamburg reisen will, der findet im Service-Teil des Heftes und im herausnehmbaren "Erlebnisführer" weitere Tipps.