Hausbooturlaub: "Leinen los"... und ablegen - DER SPIEGEL
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Hausbooturlaub "Leinen los"... und ablegen

Die Mecklenburgische Seenplatte ist eine der geruhsamsten Ecken Deutschlands. Da scheint die Welt noch in Ordnung. Stille Gewässer sind von sattgrünen Wiesen und Wäldern umgeben. Der Kurs ist nicht schwer zu berechnen. Denn, wohin man auch steuert, die Fahrt führt immer ins "Natur-Paradies".
Von Rolf-Peter Frischmann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In den ausgedehnten Schilffeldern an den Ufern finden seltene Tierarten ein ideales Revier. Das malerische Bild der verschlafenen Dörfer und idyllischen Städtchen wird nicht durch große Industrieanlagen oder alles überragende Hotelhochhäuser zerstört.

Aus diesen Gründen ist Urlaub im Hausboot auf den Mecklenburgischen Seen so beliebt. Es gibt inzwischen etliche Vermieter dieser schwimmenden Feriendomizile. Die größte Flotte hat Kuhnle-Tours im Hafendorf Claassee bei Rechlin am südlichen Zipfel der Müritz. Seit diesem Jahr werden dort auch Boote vermietet, für die man keinen Führerschein braucht. Nur wer die Müritz überqueren will benötigt noch den Sportbootführerschein Binnen oder einen Leih-Skipper, den man bei den Veranstaltern "leasen" kann.

Richtung Berlin reicht die Kleinseen-Platte bis nach Zehdenick, ab nördlicher Müritz sind die großen Seen und Kanäle bis nach Dömitz an der Elbe oder ans Südufer des Schweriner Sees jetzt für jedermann befahrbar.

Es gibt kaum eine schönere Art, als mit einem komfortablen Hausboot dieMecklenburgischen Seen kennen zu lernen. Alles was man braucht ist an Bord, von behaglichen Kabinen über die komplett eingerichtete Küche bis zu Duschen und WCs. Und beim Blick nach draußen, hat man immer ein neues Panorama.

Ganz ohne Hektik kommt der Urlauber mit seinem "Eigenheim auf Zeit" zu den schönsten Plätzen in Mecklenburg. Wer nur Ruhe sucht, kann in einer der einsamen Buchten ankern und übernachten. Wer etwas entdecken will, macht in den verträumten Häfen der Städtchen fest, startet von dort seine Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten.

Eine besonders abwechslungsreiche Bootstour für Naturliebhaber und Kulturinteressierte führt ab Claassee über kleine, romantische Seen und Wasserläufe nach Mirow (schönes Barockschloss und die sagenumwobene Liebesinsel). Dann geht's weiter ins Land Brandenburg, nach Fürstenberg (Wasserburg, Schloss und neubyzantinische Stadtkirche) nach Rheinsberg. Diese Stadt wurde durch Tucholskys humorvolle Geschichte "Rheinsberg - Ein Bilderbuch für Verliebte" bekannt und hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren. Im Gegenteil! Seit der Wiedervereinigung wurde sie zu einem Kleinod für den Tourismus in Brandenburg, mit Rokoko-Schloss, Konzerten und Opernfestival.

Die größeren Seen Mecklenburgs entdeckt man am besten ab der "Müritz-Hauptstadt" Waren. Auch sie erstrahlt seit einigen Jahren in neuem Glanz. Gleich am Hafen begrüßt der aufwendig restaurierte historische Speicher die Besucher. Nach nur zehn Minuten zu Fuß ist man in der malerischen Innenstadt.

Ab Waren sollte der Skipper den Kurs Richtung Westen durch den Reeck-Kanal, Kölpinsee und Fleesensee nach Malchow (Kloster mit schönem Park und Orgel-Museum) vorgeben. Dann führt die Route durch den Peterdorfer See zum Plauer See. Auch die Stadt Plau lohnt wirklich einen Besuch (gemütliches Zentrum mit Fachwerkhäusern und die romantische Kulisse an der Elde). Von hier führte die Fahrt über Kanäle bis zur Elbe oder nach Schwerin.

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