Helsingör Auf Hamlets Schloss spukt es
Kopenhagen - Und wie es scheint, hat Birgitte Graae Erfolg. Die Hellseherin habe inzwischen fast alle ungebetenen Gäste verjagt, berichten die Kellnerinnen des Schloss-Restaurants der Nachrichtenagentur AFP. Die Frauen waren monatelang von unheimlichen Erscheinungen geplagt worden. Seit der Eröffnung des Restaurants in Helsingör auf der dänischen Insel Seeland im Sommer seien jeden Abend seltsame Dinge in Raum 14 der Gaststätte geschehen, sagte die Kellnerin Dorte Andersen.
"Kerzen haben sich von selbst entzündet, Türen schlugen zu, Weinflaschen fielen aus den Regalen." Sie sei nicht die Einzige gewesen, die "wirklich Angst" gehabt habe, fügte Andersen hinzu. Kolleginnen berichteten vom "Blick eines Voyeurs im Umkleideraum", von einer "Kälte im Rücken", dem Geruch von Leichen und der "mysteriösen Gegenwart von Geistern".
Doch trotz erster Erfolge hat die Hellseherin noch einiges an gruseliger Arbeit vor sich: Einige Geister seien immer noch da, "ich kann es fühlen", sagte Andersen. "Ich sehe ständig einen dunklen Schatten hinter mir, der mir überallhin folgt." Die Hellseherin hat versprochen, so lange zu bleiben, bis das Schloss frei von Geistern ist.
Das Schloss Kronborg gilt als eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser Nordeuropas und wurde 2000 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. William Shakespeare hat die Festung als Kulisse für sein Drama Hamlet gewählt, obwohl er es nur durch Berichte englischer Theatergruppen kannte und selber nie gesehen hatte. Im Jahr wird das Hamlet-Schloss von rund 200.000 Dänen und internationalen Touristen besucht.