Hotels in Kroatien: Sternenreiche Adria - DER SPIEGEL
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Hotels in Kroatien Sternenreiche Adria

An der kroatischen Adriaküste war das Hotelangebot für den anspruchsvollen Urlauber lange Zeit eher dürftig. Doch in den letzten Jahren entstanden zahlreiche Vier- bis Fünf-Sterne-Unterkünfte, auch für Familien. Vor allem Südtiroler und Österreicher engagieren sich in der Branche.
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Zadar - Zwar gilt die Adriaküste Kroatiens traditionell als landschaftlich sehr schön, und wegen der vergleichsweise günstigen Preise stand das Land zwar jungen Leuten und Familien hoch im Kurs, aber: "Kroatien besitzt eine Beherbergungsmonostruktur mit unpersönlicher Note", schrieb die Deutsche Entwicklungsgesellschaft in ihrem Masterplan im Jahr 2000, der heute in vielen Regionen als Grundlage für die Entwicklung dient.

"Die 30 bis 40 Jahre alten Hotels wurden den wachsenden Ansprüchen an Komfort, Gastronomie und Service, an Sport und Unterhaltung nicht mehr angepasst", hieß es da. Doch diese Zeiten sind an der kroatischen Küste inzwischen längst vorbei.

n den vergangenen Jahren sind überall Hotels und Freizeitanlagen im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich entstanden, die auch verwöhnte und zahlungskräftige Gäste zufriedenstellen können. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2005 wurde erstmals die Gästezahl aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg (1992 bis 1995) übertroffen. Es kamen 8,5 Millionen Ausländer, die mehr als 51 Millionen Übernachtungen buchten. Rund ein Fünftel von ihnen waren Deutsche.

Fünf-Sterne-Wellness für 150 Millionen Euro

Vor allem Südtiroler und Österreicher haben die Urlaubsbranche des Landes nach vorn gebracht. Der Anbieter "Falkensteiner-Michaeler" aus Brixen startete vor drei Jahren mit dem Kauf eines abgewirtschafteten Hotels in Borik bei Zadar. Der neue "All Inclusive-Club Funimation" kam vor allem bei Familien so gut an, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft weitere Hotels für Gäste ohne Kinder entstanden.

Vor kurzem fiel dann nicht weit entfernt der Startschuss für eines der größten Projekte an der östlichen Adria: Mit Investitionen von 150 Millionen Euro wird in den kommenden zwei Jahren "Punta Scala" entstehen. Fünf-Sterne-Wellness, ein Vier-Sterne-Familienhotel, einen Golfplatz, eine Marina sowie Appartements und Villen für Langzeitferien oder zum Kauf wird diese Anlage beherbergen.

Der Hotelbetreiber "Vienna International", spezialisiert auf hochwertige Hotels in Österreich und Osteuropa, hat in Opatija im Norden des Landes den Anfang gemacht. Das historische "Hotel Bristol" wurde restauriert, mit dem "Astoria Design Hotel" sollen trendige junge Leute angesprochen werden. Ein Experiment dürfte das Stadthotel "Apoksiomen" auf der Insel Mali Losinj sein: Das heruntergekommene Gebäude mitten in der quirligen Urlauberhochburg wurde von Grund auf saniert und von Designern streng durchgestylt. Mit 24 Zimmern hat das architektonische Kleinod seit seiner Eröffnung im Jahr 2005 international schon mit Auszeichnungen auf sich aufmerksam gemacht.

Viele kleine hochwertige Hotels

Das ebenfalls von Österreichern betriebene Unternehmen Valamar rühmt sich als "größte Tourismusgesellschaft in Kroatien". Es handelt sich um eine Managementgesellschaft, die entlang der Küste 23 Hotels mit Schwerpunkten in Istrien und auf der Insel Krk unterhält. Flaggschiff ist das Terrassenhotel "President" in Dubrovnik. Deutsche Gäste, die in den achtziger Jahren hier einen Urlaub verbracht haben, werden ihren Augen nicht trauen. Alle Zimmer sowie die Restaurants wurden renoviert - das Personal widmet sich im Gegensatz zu früheren Zeiten wirklich den Touristen und nicht dem eigenen Wohlergehen.

Auch einer der bekanntesten österreichischen Hoteliers, Wilfried Holleis aus Zell am See, ist im großen Stil in Opatija eingestiegen. Schon seit einigen Jahren betreibt Holleis auch die "Hotelinsel Katarina" vor den Toren von Rovinj. Weil seine Idee zu einer weit überdurchschnittlichen Auslastung durch Familien geführt hat, will der frühere Besitzer, die kroatische Tabakfabrik TDR, Holleis das neue Schmuckstück streitig machen. Der wehrt sich seit Jahren.

Doch es gibt auch viel kleinere hochwertige Angebote, die vor allem vom Enthusiasmus der Besitzer leben. Da ist zum Beispiel Toni Bezek. Der 60-Jährige hat sich auf der Halbinsel Peljesac nach fast drei Jahrzehnten Arbeit als Restaurantbesitzer, Kellner und Anstreicher in Deutschland seinen Lebenstraum erfüllt. Er baute auf einer Anhöhe über dem Meer bei Orebic einen Prachtbau mit üppigen Wintergärten und antiken Möbeln. Der Schöpfer dieser "Villa Antonio" wurde 2005 als "Gastronom des Jahres in Kroatien" ausgezeichnet. Und dann ist da noch die Schweizer Familie Moll, die 1998 ausgewandert ist. Seit 2003 stellt ihr historisches Landgut "Stancija" im Inland von Istrien eine Top-Adresse für Freunde des Agrotourismus dar.

Von Thomas Brey, gms