Imagewechsel: Mallorca will mit Wellness-Angeboten locken - DER SPIEGEL
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Imagewechsel Mallorca will mit Wellness-Angeboten locken

Einst hat der Ballermann die Urlauber in Scharen nach Mallorca gelockt. Doch die Touristen bleiben aus. Nun will die Baleareninsel mit neuen Angeboten Reiselustige ansprechen, die nicht nur auf der Suche nach Spaß und Partystimmung sind.
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Palma de Mallorca - "Wir müssen weg vom bloßen Image "Sonne, Strand und Sex" hin zu mehr Qualität", sagt die Chefin des staatlichen spanischen Tourismus-Instituts Ibatur, Tiffany Blackmann. Im Kommen seien Wassersport und Wandern sowie Golf- und Radfahrurlaube. Vor allem aber schwappe die Wellness-Welle mit Spa-Bädern, Massagen, Schönheitsbehandlungen, Sauna und Fitness auf die Insel.

Wellness-Urlaub soll neben den Outdoor-Aktivitäten besonders den Winter im mediterranen Klima angenehmer machen. "Viele Hotels begreifen, dass es nicht so weiter geht wie bisher", sagt Blackmann. Erstmals seien die Deutschen in diesem Jahr nicht mehr die Nummer eins unter den 10,5 Millionen Touristen, die Briten hätten sie nun abgelöst. Um 17 Prozent sei die Zahl der Deutschen im Vergleich zu 2001 gesunken. Um diese Entwicklung zu stoppen, hat Ibatur für März 2003 ein auf zehn Jahre angelegtes Investitionsprogramm angekündigt.

Mallorcas Wellness-Welt etabliert sich derweil auf jetzt schon bestehenden Hotelanlagen. Die ArabellaSheraton-Hotelgruppe betreibt an der Südwestküste der Insel in der Nähe des Yachthafens von Puerto Portals das "Mardavall Hotel & Spa". Die Wellnessanlage gilt Blackmann zufolge als größtes Spa Europas.

Etwa 20 Autominuten von Palma und damit vom Flughafen entfernt hat die Hotelkette Marriott in Llucmajor eine Hotelanlage mit einem neuen Spa voller Whirlpools und zwei 18-Loch-Golfplätzen in die Landschaft gepflanzt. Für Jogger und Radfahrer ziehen sich Pfade vom Hotel aus durch die Natur. Das Spa des Hauses zapft aus sieben Kilometer weit entfernten Bergen eine Thermalquelle an und füllt damit das einzige Thermalbad der Insel, wie Spa-Chef Gernot Deutsch berichtet.

"Wir bieten alles, was von der Fuß- bis zur Haarpflege zur Rundumversorgung gehört samt medizinischer Betreuung", sagt Deutsch. Von der Ärztin Kathrin Behrens können sich zahlungskräftige Gäste dort beraten und gegen das Altern behandeln lassen. Mit im Angebot ist Golfspielen praktisch als Physiotherapie ab 120 Euro pro Stunde. Auch Hotelfremde können die Möglichkeiten der Wohlfühloasen nutzen.

Doch Mallorca baut nicht nur auf eine Vielzahl von Aktivitäten, sondern auch auf Werbeträger wie den US-Kinostar Michael Douglas, der eine Villa auf Mallorca hat. Prinzessin Brigitta von Schweden wirbt für den Golfsport, für den inzwischen 18 Golfplätze angelegt wurden.

Tourismus-Expertin Blackmann will Luxus und Outdoor als neue Einkommensquellen für den Tourismus verstanden wissen. "Das heißt aber nicht, dass wir die Billigurlauber loswerden wollen", betont sie. So sieht sie auch keine Gefahr von den Konkurrenten in Kroatien und Bulgarien. "Das sind zwar die einzigen Ferienziele mit Gewinnen in diesem Jahr", sagt sie. Mallorca sei aber auf einem guten Weg, sich die "Menschen zurück zu holen".

Vor allem würden überalterte Hotels aus den sechziger und siebziger Jahren erneuert. Blackmann zufolge warten auf den Balearen 450.000 Betten - mehr als 1000 seien im vorigen Jahr "vernichtet" worden. "Auch das gehört zur Säuberung des touristischen Marktes."

Von Ulf Mauder, gms