Rostock Hansestadt mit eindrucksvoller Fassade
Die Hansestadt ist eine interessante Mischung aus Geschichte und Moderne. Ihre Anfänge gehen bis in das frühe 13. Jahrhundert zurück. Bereits 1218 bekam die Siedlung das Stadtrecht, und schon bald gehörte die Stadt am Unterlauf der Warnow zu den wichtigsten Häfen der Hanse im Ostseeraum. Rostock kam als Verbindung zwischen Schweden und Kontinentaleuropa zu erheblichem Reichtum, der sich auch im Stadtbild widerspiegelte. Kontorhäuser in der für die Hanse typischen Backsteingotik und große Kirchenbauten bestimmten ihr Erscheinungsbild.
Der fast 120 Meter hohe Turm der Petrikirche ist schon von weitem ein Erkennungszeichen, und auch die mächtige Marienkirche zeigt Bedeutung und Selbstbewusstsein der Stadt an. Im Inneren der Marienkirche findet sich als Besonderheit eine astronomische Uhr aus dem 17. Jahrhundert.
Die größte Stadt Mecklenburgs erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden, unter anderem, weil die Heinkel-Flugzeugwerke mitten in Rostock lagen. Die zerstörten Gebäude wurden aber mit sehr viel Feingefühl wieder aufgebaut und das historische Erscheinungsbild dabei bewahrt.
Das heutige Zentrum Rostocks ist die Kröpeliner Straße. Die Fußgängerzone erstreckt sich vom markanten, 54 Meter hohen Kröpeliner Tor aus dem 14. Jahrhundert bis zum Neuen Markt mit dem Rathaus, das im 18. Jahrhundert eine hellrote Barockfassade bekam. Zwischen den beiden Endpunkten des Boulevards - wie die Kröpeliner Straße zumeist genannt wird - stehen zahlreiche gut restaurierte historische Giebelhäuser.
Vom Neuen Markt aus bietet sich ein Abstecher in die so genannte nördliche Altstadt an. Dieser Bezirk zwischen dem Warnowufer und der parallel zur Kröpeliner Straße verlaufenden Langen Straße beherbergt einige der ältesten Häuser der Stadt. Auch hier sind viele Gebäude restauriert worden.
Die Geschichte der Stadt wird gerade in der Innenstadt deutlich. Hinter dem Universitätsgebäude etwa findet sich das mittelalterliche Kloster zum Heiligen Kreuz, das direkt an den erhaltenen Teilen der alten Stadtmauer liegt. Diese führt gemeinsam mit dem Parkgelände der Wallanlagen zum anderen erhaltenen großen Stadttor, dem Steintor.
Lange Zeit wuchs Rostock nicht über das Gebiet seiner Stadtmauer hinaus. Die im 19. Jahrhundert entstandenen Wohngebiete wurden deswegen als Vorstädte bezeichnet. Auch heute heißt das südlich des Stadtkerns gelegene Villenviertel Steintor-Vorstadt, auch wenn es längst zur Innenstadt zählt.
Die meisten Rostock-Besucher verbinden ihren Aufenthalt in der Stadt mit einem Abstecher in den Ortsteil Warnemünde. Der einstige Fischerort an der Mündung der Warnow in die Ostsee ist zu einem der wichtigsten touristischen Ziele an der Ostseeküste geworden. Von Rostock aus führen die Stadtautobahn und die S-Bahn nach Warnemünde. Wer mag, kann aber auch mit einem Schiff der Weißen Flotte vom Stadthafen aus in etwa einer Stunde zur Warnemünder Bummelmeile "Alter Strom" fahren.
Vom Leuchtturm in Warnemünde aus hat der Besucher einen großartigen Blick über die Promenade und die Ostsee. Ruhe und Erholung bieten der rekonstruierte Kurpark, die mehrere hundert Meter lange Promenade und der alte Teil des Ortes. Dort bezaubern bis zu 200 Jahre alte kleine Fischerhäuser mit gemütlichen Veranden. Neubauten gibt es kaum in dem etwa 6000 Einwohner zählenden Stadtteil, der eigentlich ein kleiner Ort für sich ist. Dafür wurde der vorhandene Bestand an Fischerhäusern und Gründerzeit-Villen zum Teil sehr aufwendig restauriert.
In den vergangenen Jahren ist Warnemünde zunehmend zum Zielpunkt internationaler Kreuzfahrtschiffe geworden. Für viele, häufig amerikanische Touristen ist der Warnemünder Kreuzfahrtterminal zum Tor nach Deutschland geworden. Direktzüge nach Berlin stehen dort häufig schon für die Besucher bereit.
Durch den Neubau der Autobahn A 20 ist es viel einfacher geworden, aus Westen, Südwesten oder Osten nach Rostock zu gelangen. Die Besucher kommen auf dem Weg nach Skandinavien, Rügen oder Usedom vorbei - oder ganz allein wegen der schönen Hansestadt.