Schweden Marathon der Eiswanderer
Hamburg - Schlittschuhwandern ist in Deutschland noch unbekannt, in Skandinavien wird diese Outdoor-Sportart jetzt wieder entdeckt. Besonders in Schweden begeben sich Tausende von Skatern auf geschliffenen Kufen ab Oktober, wenn das Eis denn schon hält, auf Seen und Buchten. Oft bleiben die Temperaturen im Norden des Landes bis in den April hinein ausreichend niedrig. Hochsaison sind Februar, März und April, die kältesten Monate in Skandinavien, zugleich werden die Tage dann auch schon etwas länger. Möglich ist Eiswandern in ganz Schweden, besonders beliebte Touren führen in Mittelschweden über den Mälarsee und die Schärengärten.
Anders als in Deutschland gewohnt, sind die in Schweden für Wanderungen üblichen Schlittschuhe etwas länger, bis zu 55 Zentimeter. Das Fahren erfordert in der Regel nur wenig Übung. Zur Ausrüstung sollte neben Eispickel, Trillerpfeife und Rucksack mit Wechselkleidung sicherheitshalber auch eine Rettungsleine gehören.
Während Anfänger bereits glücklich über 10 Kilometer zurückgelegte Strecke sind, nehmen Fortgeschrittene schon mal rund 100 Kilometer unter die Kufen. Alleine sollte sich jedoch kein Langlaufschlittschuhfahrer aufmachen, zu tückisch kann das Eis sein. Geführte Touren können mehrere Stunden oder sogar den ganzen Tag dauern. Informationen hält die Schweden-Werbung auf seiner Website bereit.
Der Höhepunkt des Jahres für Fortgeschrittene ist der Schlittschuhwandermarathon Vikingarännet im Januar/Februar. Rund 80 Kilometer beträgt die alte Wikingerroute über den Mälarsee zwischen Uppsala und Stockholm. Abhängig von Eisstärke und Wetter wird das genaue Datum erst rund zwei Wochen vorher bekannt gegeben. Rund 4000 Skater nehmen jährlich an dem seit 1999 organisierten Wettbewerb teil. Eine kürzere Strecke, der Vikingaturen, von rund 50 Kilometer endet in Kungsängen.