Stonehenge Druidentanz zur Sonnenwende
London - Den fast wolkenlosen Himmel färbte die Sonne am frühen Morgen in pastellige Töne. Die Steine des mystischen Steinzirkels ragten vor dem leuchtenden Hintergrund dunkel empor. Sie hätten einen "phantastischen Sonnenaufgang" in Stonehenge erlebt und die großartige Stimmung zu Beginn des längsten Tages des Jahres genossen, sagte die Sprecherin der britischen Denkmalspflegegesellschaft English Heritage zur Agentur Reuters.
In diesem Jahr waren rund 21.000 Druiden, Spiritualisten und Touristen Augenzeugen, wie der erste Sonnenstrahl des Tages um genau 4.58 Uhr Ortszeit über dem sogenannten Fersenstein aufblitzte und in gerader Linie zwischen die hufeisenförmig angeordneten Steinkreise eindrang, so dass die Monolithe eindrucksvolle Schatten warfen. Mit Trommeln und Flöten wurde der Zeitpunkt, an dem die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis steht, lautstark gefeiert. Ein Sprecher eines Druiden-Netzwerks sagte zu Reuters: "Es zieht Menschen aller Art an. Ich habe kleine alte Ladys gesehen mit Liegestühlen und Thermosflaschen mit Tee, Architekten, Partygänger und Männer in Rüstungen."
Stonehenge wurde circa zwischen 3000 und 1600 vor Christus in mehreren Bauphasen erbaut. Bis heute ist noch nicht abschließend erforscht, ob die Steinkreise ein Tempel, ein Friedhof, eine astronomische Anlage waren oder einem anderen Zweck dienten. Die Druiden, Anhänger einer heidnischen, keltischen Religion, glauben, dass Stonehenge vor mehr als 2000 Jahren ein spirituelles Zentrum war.
Das prähistorische Steinmonument, seit 1986 Unesco-Weltkulturerbe, ist zwar rund ums Jahr für Besucher geöffnet, aber nur zu den Sonnenwendfeiern haben sie die Gelegenheit, zwischen den 20 Tonnen schweren Steinen herumzulaufen und sie zu berühren.
Antje Blinda