Wilde Waliser: Moorschnorchler im rosa Tutu - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wilde Waliser Moorschnorchler im rosa Tutu

Die Wettkampfstrecke ist 55 Meter lang, voller blutrünstiger Mücken und stinkt: Moorschnorchler aller Länder tragen ihre 18. Weltmeisterschaft in einem Kanal mitten in Wales aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Llanwrtyd Wells lädt ein. Auf die kleinste Stadt Großbritanniens in Mittelwales konzentriert sich pünktlich wie seit 18 Jahren zum Bank Holiday Monday das Interesse der internationalen Moorschnorchler-Gemeinde. Schauplatz des moorigen Kampfs am 25. August ist das Torfmoor Waen Rhydd, südlich der Stadt.

Die Regeln sind schlicht: Ausgestattet mit Schnorchel und Schwimmflossen müssen die Teilnehmer den rund 55 Meter langen Graben zweimal durchtauchen. Normale Schwimmzüge sind nicht erlaubt. Tauchanzüge sind nicht vorgeschrieben, aber empfohlen. Was manchen Mooranhänger nicht davon abhält, die Herausforderung in seinem Lieblingsoutfit anzutreten: Die Schaulustigen des letzten Jahres konnten einen Schnorchler in Bürokleidung und einen besonders mutigen im rosa Tutu beobachten, die sich in die schlammigen Fluten stürzten.

Die "World Bog Snorkelling Championship" fasziniert Sportler aus aller Welt. Insgesamt 93 Schnorchler reisten im letzten Jahr aus ganz Großbritannien, aber auch aus den USA, Russland, Australien und Irland an. Weltmeister wurde Phillip John aus Bridgend, der die Strecke in 1 Minute und 45.22 Sekunden abschnorchelte.

"Das Beste am Ganzen ist das heiße Bad am Ende des Wettkampfs", erklärt die letztjährige Siegerin der irischen Moorschnorchler-Meisterschaften, Julia Galvin, ihre Faszination an dem schlammigen Sport.