Der 13. Tag "Ich habe gebadet"
Wir hatten eine ganz ruhige Nacht. Bei lauen Winden von drei bis vier Knoten habe ich versucht, das Letzte aus dem Schiff herauszuholen. Ab und zu ein paar Windböen, ansonsten stecken wir in einer absoluten Flaute.
Immer, wenn ich mich gerade wieder warm eingepackt hatte, kam ich plötzlich in diese warmen Süd-Winde, und dann wieder in eine kühle Brise aus östlicher Richtung - ein permanentes Wechselspiel. Es war wie verhext!
Ich konnte gestern endlich einmal "baden". Das heißt, ich habe einen Krug mit frischem Wasser genommen und einen Waschlappen, mehr nicht. Es war trotzdem großartig. Endlich konnte ich mir den Schweiß und Ruß vom Körper waschen. Ich sage euch, das ist nichts für eine "Lady".
Heute morgen war ich wirklich erleichtert, dass ich gestern alles an Bord repariert hatte. Dem Regen sei Dank! Über meine derzeitige Position bin ich sehr froh.
Thomas Coville (Sodebo) hat mich gerade angerufen. Er klang sehr entspannt. Auch er hatte diese Südwinde. Also bin ich damit nicht allein. Ich hoffe nur, dass Mich Desj und Yves Parlier (Aquitaine) nicht noch weiter aufholen. Die Aquitaine konnte sich in der Nacht nämlich ganze 18 Meilen nach vorne arbeiten.
Ansonsten hat sich das Feld zunehmend verdichtet. Die Boote Sill, Solidaires, ActiveWear, Sodebo und Kingfisher stauen sich mittlerweile in einem Bereich von 17 Meilen.