Der dritte Tag Heiße Nadeln und helles Mondlicht
Ich bin so glücklich, hier draußen zu sein. Ich habe ganz gut geschlafen, wenn man vier bis fünf Nickerchen pro Stunde als Erholung ansieht.
An Bord ist alles okay, sogar der Wind hat in eine günstige Richtung gedreht. Nur mit dem Speed meines Boots bin ich nicht ganz zufrieden. Das liegt aber sicherlich zum Teil an dem Gewicht der Dinge, die ich für die dreimonatige Tour geladen habe. Der Gewichtsunterschied macht sich schon in der Besegelung deutlich. Ich fahre das Großsegel auch in Momenten, wo ich normalerweise und bei Normalgewicht des Schiffs längst über ein Reff nachgedacht hätte.
In der Nacht habe ich meinen Großvater angefunkt wegen eines gequetschten Fingers. Ich fragte ihn, ob ich mit einer glühenden Nadel meinen Fingernagel durchstechen sollte, um den Druck zu mindern. Er sagte ja, also habe ich es gemacht, und es war gar nicht so schlimm wie gedacht. Inzwischen schmerzt der Finger auch nicht mehr so sehr.
Noch ist die Konkurrenz dicht beieinander, je nach Kurs und Winddreher ist mal der eine, mal der andere vorn. Die Dreher mitzubekommen und in Speed umzusetzen, erfordert die volle Konzentration.
Jetzt hoffe ich nur, dass bald die Delphine zurückkommen, die mich schon gestern gleich nach Sonnenaufgang begleitet haben.