Florida Wasser und Sonne satt
Florida von seiner fast unberührten Seite kann man während eines Ausfluges in den Caladesi Island State Park erleben. Das Naturschutzgebiet liegt auf einer der vorgelagerten Inseln Floridas im Golf von Mexiko und ist ausschließlich mit dem Boot zu erreichen. Der kilometerlange Strand ist abseits des einzigen Liegeplatzes einsam und ideal zum Spazierengehen. Auf einem nicht ganz fünf Kilometer langen Naturpfad kann man das Innere von Caladesi Island erkunden und sich ein Bild von der hier lebenden Flora und Fauna machen.
Fisch für die Pelikane
Wer ein Herz für Tiere hat, kommt an einem Besuch der Vogelklinik von Indian Shores nicht vorbei. Allein die tägliche Fütterung der Pelikane, die sich in Vorfreude aufgeregt am Strand versammeln, ist die kurze Autofahrt von St. Petersburg aus wert. Wenn Vogelpfleger Woody Moulton sich den Eimer voller Fisch schnappt, watscheln die Federtiere runter zum Wasser, um sich in Reih und Glied hinzusetzen.
Rund 9000 Vögel nimmt das Suncoast Bird Sanctuary jährlich auf, damit ist es das größte Vogel-Hospital der USA. 500 bis 700 Tiere sind gleichzeitig in Behandlung. "Es gibt keine Verletzungen, die wir hier noch nicht gesehen haben", sagt Moulton. Umso erstaunlicher ist es, dass mehr als 80 Prozent der Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden können.
Klein Griechenland
In Tarpon Springs beschleicht den Besucher das Gefühl, er habe auf wundersame Weise die Orientierung verloren: Der Ort, ganz im Norden Pinellas Countys gelegen, ist voll in griechischer Hand. Die Restaurants sind hier Tavernen und heißen Mykonos oder Zorbas. Selbst die örtliche Kfz-Werkstatt trägt den Namen Athens Auto Repair.
Ende der fünfziger Jahre kamen die ersten Griechen nach Tarpon Springs. Geholt wurden sie aus einem bestimmten Grund: Sie sollten nach Schwämmen tauchen. Heute leben rund 30.000 Griechen oder griechischstämmige Amerikaner in dem Ort. "Nur noch wenige arbeiten als Schwammtaucher", sagt der 70-jährige Barmann Achilles. Die Jungen verdingen sich unter anderem als Brückenmaler, allein vier solcher Unternehmen gibt es hier.
In Tarpon Springs darf ein Essen in einem der griechischen Restaurants nicht fehlen. Die gefüllten Weinblätter sind hier so groß wie Rouladen. Dabei sind sie zusammen mit flambiertem Käse, Weißbrot und Auberginenaufstrich nur Vorspeise.
Delfine im Kielwasser
Die Reichen von St. Petersburg bauen ihre Häuser am Wasser. Einen freien Blick auf großzügige Bungalows und Villen erhascht der Urlauber am besten auch vom Wasser aus. Dafür bietet sich zum Beispiel eine Segeltour in den Sonnenuntergang an. Von St. Petes Beach aus stechen Yachten in See. Abgelegt wird rund eine Stunde vor Sonnenuntergang. Die zweistündige Fahrt kostet umgerechnet rund 50 Mark pro Person. Dafür gibt es im Golf von Mexiko einen garantiert unverstellten Blick auf den Sonnenuntergang, und manchmal schwimmen auch ein paar Delfine im Kielwasser.
Sven Appel, gms