Gaspésie Robben und Seevögel
Elche, Hirsche und Schwarzbären, dies sind nur einige Bewohner des Forillon-Nationalparkes an der zerklüfteten Küste ganz im Osten der Gaspésie. Hier sind reizvolle Wanderungen möglich, vom 30-minütigen Spazierweg bis zur Halbtagestour haben Wanderfreunde die Wahl zwischen verschiedenen Strecken. Besonders die bis zu 200 Meter hohen Kalksteinfelsen an der Nordküste sind sehenswert. Ein Blick in die küstennahen Gewässer des Ozeans lohnt ebenfalls, eine Vielzahl von Robben tummelt sich vor der Spitze der Halbinsel.
Die wenige Kilometer entfernte Kleinstadt Gaspé , die der ganzen Gegend ihren Namen gab, wird als Wiege des modernen Kanada bezeichnet. Hier erreichte der französische Entdecker Jaques Cartier 1534 das Festland, das er sogleich für den König von Frankreich in Besitz nahm. Ein Kreuz und ein Skulpturenpark erinnern heute an Cartiers Landung.
Das eigentliche touristische Zentrum der Gaspésie ist allerdings nicht Gaspé, sondern der Ort Percé , wo sich - wenigstens im Sommer - die Besucher drängen. Die Attraktion schlechthin ist dabei der riesige durchlöcherte Felsen vor der Küste. Das 475 Meter lange und 90 Meter hohe Massiv aus rotem Kalkstein lässt sich bei Ebbe zu Fuß durchs Wasser erreichen. Bei der Wanderung durch die kalten Atlantik-Fluten läuft man jedoch leicht Gefahr, auf den glitschigen Felsen auszurutschen.
Nicht weit vom Felsen entfernt liegt die Vogelinsel Bonaventure . In ihren bis zu 100 Meter hohen Klippen nisten mehr als 200.000 Seevögel. Besonders auffällig sind die weiß-gelben Basstölpel, denen man sich bei einem Besuch auf der Insel bis auf wenige Meter nähern kann.
Hinter Percé wendet sich die Küstenstraße wieder nach Westen. Der Weg führt entlang der Baie des Chaleurs. Die "Bucht der Hitze" verdankt ihren Namen wahrscheinlich den relativ warmen Sommern, die es hier im Gegensatz zur Gegend am Sankt-Lorenz-Golf geben kann. Im Ort Bonaventure stoßen Reisende auf ein besonderes Stück Geschichte der Gaspésie. Im Musée Acadien du Québec wird an die Akadier erinnert, eine Gruppe von französischen Siedlern, die Mitte des 18. Jahrhunderts von den Engländern aus dem Gebiet an der Fundy Bay deportiert wurde. Einige von ihnen fanden anschließend in der Gaspésie eine zweite Heimat.
Noch ältere historische Zeugnisse sind in Carleton zu sehen. Im Parc de Miguasha befindet sich eine weltweit bekannte Fundstelle für Fossilien. Im Schiefer der Steilküste wurden mehr als 20 neue Fischarten, meist aus dem Devon entdeckt.
An eine Schlacht zwischen der französischen und Englischen Flotte im Jahr 1760 wird in dem kleinen Ort Restigouche erinnert. Hier können auch indianische Künstler beim Schnitzen von Holzerzeugnissen beobachtet werden.
Hinter Pointe-à-la-Croix wendet sich die Straße wieder landeinwärts und führt entlang am Matapédia-Fluss, der vor allem zur Lachszeit im Spätsommer bei Sportanglern beliebt ist. Vom Ende der Ringstraße um die Gaspésie in der Nähe des Ortes Mont-Joli kann der (lange) Rückweg nach Montréal angetreten werden.
Vorher lohnt sich aber noch ein kleiner Zwischenstopp im Parc du Bic zwischen Rimouski und Rivière-du-Loup. Auf zahllosen kleinen Felsinseln sitzen dort Seevögel und Robben in kaum gestörter Ruhe. Bei Ebbe kann man sich im Park weitgehend zu Fuß bewegen, bei Flut ist ein Kajak das sinnvollere Fortbewegungsmittel.