Gesundheit: Doof durch Jetlag? - DER SPIEGEL
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Gesundheit Doof durch Jetlag?

Wer unentwegt von Kontinent zu Kontinent düst, zerstört möglicherweise viel mehr als nur den Schlafrhythmus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nicht enden wollender Jetlag, wie ihn Stewardessen, Piloten und andere Vielflieger durchleben, lässt das Gehirn schrumpfen und die Denkkraft schwinden. Dieses beunruhigende Ergebnis verkündet Kwangwook Cho von der University of Bristol in der neuesten Ausgabe von "Nature Neuroscience".

Der Gelehrte hat die Gehirne von 20 gesunden Stewardessen in einem Kernspintomografen vermessen und die Geisteskraft untersucht. Die Frauen, allesamt fünf Jahre im Dienst, flogen jeweils durch sieben Zeitzonen, hatten jedoch unterschiedlich lange Erholungsphasen. Während die eine Hälfte von ihnen die Fernreise nur alle 14 Tage oder seltener antrat, musste die andere bereits nach 5 Tagen wieder aufbrechen. Dieser Unterschied geriet den häufiger fliegenden Stewardessen in mehrfacher Hinsicht zum Nachteil: Einerseits waren ihre rechten Schläfenlappen, bezogen auf die jeweilige Gehirngröße, stets geringfügig kleiner. Zum anderen hatten sie im Speichel eine höhere Konzentration des körpereigenen Stresshormons Kortison, wie Cho feststellte.

Seit längerem ist bekannt, dass dieses Stresshormon einen Schwund im Denkorgan bewirken kann. Und drittens reagierten die Stewardessen bei Denktests langsamer als jene, die sich nach jedem Fernflug mindestens 14 Tage ausruhen durften. Deren "Erholungsphase vom Jetlag", resümiert Forscher Cho, sei ausreichend lang, um den Schwund im Kopf zu verhindern.