Holi-Fest in Indien Alles so schön bunt hier
Neu-Delhi - In ganz Indien ist es heute schwer, den Farbpulvern oder dem Farbwasser zu entkommen. Erbarmungslos wird jeder während des traditionellen, ursprünglich hinduistischen Holi-Festes eingefärbt. Nicht nur in Bombay, Bangalore, Madras und Neu-Delhi vergnügten sich die Massen. Auch in Varanasi, wo erst kürzlich 20 Menschen bei einem Bombenattentat ums Leben kamen, wurde ausgelassen gefeiert.
Verheiratete Töchter und deren Kinder werden von ihren Eltern mit neuer Kleidung beschenkt. Es gibt spezielle Gerichte aus Hülsenfrüchten und besondere Süßigkeiten. Besonders beliebt ist auch eine aus den zerstoßenen Blättern der Cannabispflanze mit Mandeln und Gewürzen vermischte Paste.
Um das Fest ranken sich viele Legenden. Die Hauptrolle spielt dabei Krishna, der Gott mit den meisten menschlichen Schwächen. Krishna war berühmt für seine Possen. Er bändelte mit Hirtenmädchen an und bespritzte sie aus "Pichkaris" - das sind Wasserspritzen aus Messing.
Bevor sich aus den heutigen Plastik-Pichkaris die Wasserladungen ergießen, werden Gesichter, aber auch die Kleidung, mit Gulal, einem Farbpulver, beschmiert. Am Abend vor Holi werden in vielen Orten Nordindiens Freudenfeuer entfacht, die den Triumph des Guten über das Böse symbolisieren sollen. Für die Männer in den nördlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Haryana wird Holi oft zum Alptraum: Mit Stöcken wild um sich schwingend, prügeln Frauen auf sie ein. Nur mit einem über den Kopf gestülpten Bambuskäfig wagen sich die Männer an diesem Tag aus dem Haus.
abl/dpa