Holifest in Indien: Ein Kessel Buntes - DER SPIEGEL
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Holifest in Indien Ein Kessel Buntes

Festival der Farben: Beim Holifest in Indien besudeln sich die Teilnehmer mit allerlei bunten Wässerchen. Ob das gut für Haut und Haare ist, darf bezweifelt werden - eine Zeitung warnte detailliert vor den Gefahren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gesellschaftliche Unterschiede, Geschlecht und Alter spielen an diesem Tag keine Rolle: Das indische Holifest ist eine besonders farbenfrohe Feier, die den Frühling willkommen heißen soll. Die Menschen reiben sich mit Farben ein, von Balkonen fliegen mit gefärbtem Wasser gefüllte Ballons, in den Städten und Dörfern herrscht ausgelassene Partystimmung mit Musik, Gesang und Tanz.

"Holi Hai!" - "Frohes Holifest!" - grüßen sich die Teilnehmer, besonders für Kinder ist die Feier, die jedes Jahr am ersten Vollmondtag im März stattfindet, ein besonderes Erlebnis. Doch es geht nicht nur um ganz viel Farbe: In Indien haben sich verschiedene Traditionen erhalten, wie die Menschen diesen besonderen Tag begehen, wie die Zeitung "Times of India" berichtet.

  • In der Stadt Rajkot ist es üblich, dass man wildfremde Menschen auf der Straße wüst beschimpfen darf. Der jahrhundertealte Brauch soll darauf zurückgehen, dass einst ein paar Freunde entschieden, ihre Konflikte dadurch beizulegen, dass sie sich für einige Stunden alles an Beleidigungen an den Kopf werfen, was ihnen einfällt.
  • Im Dorf Dalvana in der Nähe von Palanpur wird das Holifest mit einem Hochzeits-Schauspiel begangen: Zwei Gruppen, die Braut und Bräutigam repräsentieren sollen, liefern sich ein Gesangsduell, an dessen Ende die Braut den Mann abweist.
  • In Visnagar in der Mehsana-Region lieferten sich die Bewohner früher eine Schlacht mit Schuhen, die sie zu diesem Zweck das ganze Jahr lang sammelten. Man glaubte, dass demjenigen großer Reichtum bevorsteht, der von einem Schuh getroffen wird. Heute werden die Schuhe allerdings durch Gemüse ersetzt.

Das übliche Prozedere besteht jedoch im größten Teil des Landes weiterhin aus der heiteren Farbenschlacht. Die allerdings gilt als gesundheitlich nicht ganz unbedenklich, weil teilweise synthetische Farben verwendet werden.

Die "Times of India" riet deshalb in einem umfangreichen Katalog von Holi-Tipps unter anderem dazu, Haare und Haut vorher mit Öl oder Feuchtigkeitscreme einzureiben, eine Kappe zu tragen und hauptsächlich Rot und Pink zu verwenden, da Grün-, Gelb- und Purpurtöne häufig schädliche Chemikalien enthielten. Auch wird empfohlen, kein Kerosin oder Benzin für die Entfernung zu verwenden. Häufig haben die Festivalteilnehmer noch tagelang Farbe auf der Haut.

sto