Karibik Frische Brötchen von James Bond
Als Ausgangspunkte eignen sich besonders die Virgin Islands, Antigua, Guadeloupe oder St. Lucia, wo die großen Charterfirmen wie Moorings oder Sunsail, aber auch deutsche Unternehmen ihre Schiffe liegen haben. Von Deutschland aus sind diese Inseln mit dem Flugzeug gut zu erreichen, und auch die örtlichen Bedingungen zum Kauf von Lebensmitteln, Wasser und Sprit sind ideal.
Neben den Virgin Islands zählen die Winward Islands zu den schönsten Segelrevieren. Eine beliebte Route verläuft zwischen St. Lucia und Grenada. Um ausreichend Zeit für die Umgebung zu haben, sollte man ungefähr drei Wochen einplanen oder bei weniger Zeit die Tour verkürzen.
Windstärken zwischen fünf und sechs
Mit Hilfe des Nordost-Passats segelt man von der Gros Islet Bay in St. Lucia vorbei an den Pitons - Vulkankegel und Wahrzeichen von St. Lucia - in Richtung St. Vincent. Ein Stopp in St. Vincent lohnt sich weniger, deshalb sollte versucht werden, bis Bequia durchzusegeln. Auf diesem Teilstück setzt die Passage zwischen St. Vincent und Bequia eine gewisse Seefestigkeit voraus. Hohe Wellen und Windstärken zwischen fünf und sechs lassen die Yacht gut laufen.
Die Admiralty Bay auf Bequia eignet sich hervorragend für einen Nachtstopp - das beweisen die vielen Yachten, die dort vor Anker liegen. Die Insel ist ein Treffpunkt für Gleichgesinnte. In den Bars direkt am Strand tauschen Skipper und Crews Erfahrungen aus. Bequia bietet die letzte Möglichkeit, noch einmal Lebensmittel "nachzubunkern", ehe es in die Einsamkeit geht.
Schnorchelausrüstung mitnehmen
Hinter Bequia liegen die Tobago Keys, eine kleine Inselgruppe inmitten des riesigen Horseshoe Reefs. Sie ist nur über eine schmale Einfahrt erreichbar. Da diese Inseln nicht bewohnt sind, bleiben die Segler hier unter sich. Mit dem Beiboot kann man direkt bis ans Riff fahren und dort die bunte Unterwasserwelt betrachten - hier präsentiert sich die Karibik von ihrer schönsten Seite. Tausende kleiner bunter Fische schwimmen ums Riff, aber auch Rochen, Barrakudas und Haie. Eine Schnorchelausrüstung sollte unbedingt an Bord sein.
Von den Tobago Keys aus führt der Weg über die Inseln Union Island, Carriacou und Petit Martinique nach Grenada. Auf dem Rückweg sollte man unbedingt eine Nacht vor der Prominenteninsel Mustique einlegen. Hier haben Mick Jagger, David Bowie, Thommy Hilfiger oder Prinzessin Margaret von Großbritannien ihr zweites Zuhause. Viele der Inseln sind indessen noch nicht vom Massentourismus erschlossen und vermitteln ein ungeschminktes Bild der Karibik.
Schwieriges Segelrevier
Die Karibik ist vor allem durch die vielen Untiefen und die teils sehr starken Winde ein schwieriges Segelrevier. Wer die schönen Ecken entdecken und dabei nicht unausgesetzt über der Karte und dem Echolot sitzen möchte, sollte sich überlegen, auf der ersten Tour einen ortskundigen Skipper anzuheuern. Die vielen Riffe und Sandbänke machen das Navigieren schwierig. Viele Liegeplätze sind zudem nur über schmale Einfahrten zu erreichen.
An fast allen Ankerplätzen warten schon Einheimische auf die Segler, um ihnen ihre Hilfe anzubieten. Wer seine Ruhe haben will, sollte auf diese Hilfe verzichten, da meist ein üppiges Trinkgeld erwartet wird und sich bei Zahlung immer mehr Interessenten einstellen.
Wirklich hilfreich sind dagegen in einsameren Gebieten Einheimische, die mit einem Boot längsseits kommen und sich meist mit Namen wie "James Bond" oder "The Fabulous" vorstellen. Ihnen kann man für ein paar Dollar und eine Dose Bier den Müll mitgeben. Außerdem liefern sie auf Wunsch Nachschub an frischen Brötchen oder Eis für die Kühlung. Auch für fangfrischen Fisch oder Lobster sind sie der ideale Ansprechpartner.
Brotbaumfrucht als Kartoffelersatz
Vor Antritt der Reise ist zu empfehlen, sich gut mit Lebensmitteln, Wasser und Sprit einzudecken. Nur wenige Inseln bieten Yachthäfen, wie man sie aus dem Mittelmeer gewohnt ist. Lebensmittel, die auf den Inseln angebaut werden wie Mango, Papaya oder Bananen, sind dagegen ebenso leicht zu bekommen wie frischer Fisch. Es lohnt sich, vor der Reise Rezepte für die entsprechenden Lebensmittel zu organisieren. So eignet sich beispielsweise die Brotbaumfrucht hervorragend als Kartoffelersatz.
Nicht vergessen sollte man beim Einkauf den berühmten karibischen Rum. Insgesamt gibt es sehr große Preisunterschiede in der Karibik, wobei gilt: je einsamer die Gegend, desto teurer die Einkäufe.
Hauptsaison bis April
Die Hauptsaison für Segler läuft von Dezember bis April. In dieser Zeit hat das Meer eine angenehme Temperatur von 24 bis 27 Grad Celsius. Außerhalb dieser Zeit muss mit Wirbelstürmen und Hurrikans gerechnet werden.
Kirsten Kurze, gms