Luxushotels der Modemacher: Suite nach Schnittmuster - DER SPIEGEL
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Designerhotels: Paläste der Modezaren

Foto: Schlosshotel im Grunewald

Luxushotels der Modemacher Suite nach Schnittmuster

Protziger Prunk, barocker Kitsch, klassisches Understatement: Die Luxushotels von Stardesignern sind so unterschiedlich wie ihre Mode. Armani, Lagerfeld und Co. haben sich erfolgreich als Herbergsväter etabliert - SPIEGEL ONLINE stellt ihre Häuser vor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Modemacher machen schon lange nicht mehr nur Mode. Nach Schmuck, Uhren und Kosmetik gestalten namhafte Designer immer häufiger auch edle Hotels. Von Armani bis Versace - viele Modehäuser lassen sich das gute Geschäft mit dem Tourismus nicht entgehen. Während manch ein Designer sich nur mit der Gestaltung einzelner Zimmer oder Suiten zufrieden gibt, gründen andere ganze Hotelketten.

In den vergangenen Jahren belebten erfolgreiche Neueröffnungen von Armani (Dubai, Mailand) und Missoni (Edinburgh, Kuwait) das Geschäft mit den teuren Designhotels, die einen bekannten Namen tragen. Andere große Modehäuser mussten dagegen ihre geplanten Projekte auf Eis legen. So wurden zum Beispiel die großspurig angekündigten Hotels von Gucci und Cerrutti, die unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten eröffnet werden sollten, bislang nicht realisiert.

Ob in Kolumbien, im australischen Gold Coast, auf Jamaika oder im Herzen von Schottland: Fast überall auf der Welt darf man inzwischen in einer Unterkunft übernachten, die von einem Modeschöpfer eingerichtet wurde. Vorausgesetzt, der Gast verfügt über das nötige Kleingeld, denn günstig sind die wenigsten Herbergen der Fashion-Designer.

SPIEGEL ONLINE stellt die schönsten Hotels der Modemacher vor.

Schlosshotel im Grunewald, Berlin, Deutschland

Karl Lagerfeld wird häufig auch als König Karl bezeichnet. Da erscheint es nur standesgemäß, dass der 78-jährige deutsche Modezar die künstlerische Leitung beim Umbau des Schlosshotels im Grunewald  übernahm. Nach den Vorgaben des Chanel-Chefdesigners entstand ein kleines Fünf-Sterne-Schmuckstück mit 53 Zimmern.

Das Hotel wurde 1912 als Residenzpalast von einem Vertrauten Kaiser Wilhelms erbaut. Demzufolge darf eine Grand Kaiser Suite nicht fehlen. 250 Quadratmeter ist diese groß und verfügt unter anderem über eigene Terrasse sowie eine Privatbibliothek. Büchernarr Lagerfeld fühlt sich hier wahrscheinlich besonders wohl. Der Preis für Luxus und Lesestoff: 5000 Euro pro Nacht. Ein einfaches Zimmer ist schon für 240 Euro zu haben.

Missoni Hotel Edinburgh, Schottland

Mut zu Farbe und Mustern beweist das Missoni Hotel in Edinburgh . Dabei stand weniger der karierte Schottenrock als vielmehr die bunte Zickzack-Designphilosophie des italienischen Modehauses Missoni Pate. Der schottischen Hauptstadt steht das erstaunlich gut.

80-jährige Rosita Missoni, die Grand Dame des Unternehmens, kümmerte sich persönlich darum, dass die klassischen Farben und Strickmuster des italienischen Modelabels Einzug fanden.

Das Boutiquehotel liegt zentral an der Royal Mile in Old Town und bietet beste Ausblicke auf Edinburgh mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Von denen gibt es übrigens auch im Hotel genug: Sei es das italienische Restaurant "Cucina", der Wellness-Bereich oder die am Wochenende gut besuchte Bar, die sogar Missoni-Cocktails anbietet. Ob man nach dem Genuss Letzterer noch mehr bunte Farben und Zickzack-Muster sieht, ist bislang nicht überliefert.

Eine Übernachtung im Missoni Hotel Edinburgh kostet im günstigsten Zimmer rund 170 Euro, für die teuerste Suite werden knapp 660 Euro fällig.

Armani Hotels, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Italiens Modegott, Giorgio Armani, durfte sich in Dubai als Hoteldesigner verewigen. Natürlich nicht an irgendeinem Ort, sondern im höchsten Wolkenkratzer der Welt, Burj Khalifa. 2010 eröffnete die Luxusherberge. Die 160 Zimmer und Suiten sind klassisch Armani: gedeckte Farben, ein wenig Schwarz und Weiß, dazu ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept. Elegant und schnörkellos wie ein Anzug des inzwischen 77-jährigen Nobelschneiders.

Im Armani Hotel Dubai  wird geklotzt und nicht gekleckert: Sechs Restaurants, eine VIP-Lounge und ein edles Spa sowie drei Armani-Shops, in denen unter anderem auch die aktuelle Haute Couture des Meisters verkauft wird, buhlen um die Gunst der Gäste. So viel Armani hat natürlich seinen Preis: Knapp 400 Euro kostet die Nacht im günstigsten Zimmer, eine 235 Quadratmeter große Signature-Suite gibt es für runde 2000 Euro.

Hotel Notre Dame, Paris, Frankreich

Modeschöpfer Christian Lacroix, 60, ist nicht nur der Designer der Uniformen der Fluggesellschaft Air France und der Inneneinrichtung des französischen Schnellzugs TGV, sondern auch verantwortlich für die Gestaltung zahlreicher Hotels in Paris. Unter anderem bemühte er seinen extravaganten Geschmack, um 2010 das Hotel Notre Dame  auf Vordermann zu bringen.

Das Drei-Sterne-Haus bietet einen wunderschönen Ausblick auf die gleichnamige Kathedrale und liegt direkt an der Seine. Das Innendesign des Hotels hätte wahrscheinlich auch dem Sonnenkönig Ludwig XIV. gefallen. Barock und bunt sind Zimmer und Lobby. Eine Unterkunft mit Blick auf Notre Dame gibt es bereits ab 140 Euro pro Nacht.

The Breakers, Palm Beach, USA

Normalerweise kümmern sich die US-amerikanischen Designer Mark Badgley, 52, und Hames Mischka, 51, vornehmlich um ihre Promi-Kundschaft. Die beiden New Yorker Modeschöpfer kleideten unter anderen Oprah Winfrey, Teri Hatcher und die Olsen-Zwillinge ein. In Palm Beach verschönerten die zwei Herren die Imperial Designer Suite im The Breakers .

Die 158 Quadratmeter große Suite ist in hellen Farben eingerichtet und darf sich nicht nur eines privaten Concierges rühmen, sondern bietet auch noch von fünf Balkonen einen atemberaubenden Blick auf den Atlantischen Ozean. Der Preis für die Postkartenoptik: 3660 US-Dollar pro Nacht.

Round Hill Hotel & Villas, Montego Bay, Jamaica

Ralph Lauren, 72, kann sich nicht nur hübsche Polo-Hemden ausdenken: In Montego Bay, Jamaika, zeichnet der Modeschöpfer verantwortlich für das Innendesign des Pineapple-Hauses. Die noble Unterkunft befindet sich im Villenresorts Round Hill , das einst von Hollywood-Größen wie Clark Gable, Grace Kelly und Paul Newman bevölkert wurde.

Dem vierstöckigen Anwesen hat der US-Amerikaner Lauren klar erkennbar seinen Stempel aufgedrückt. Viel Weiß, ein paar Farbtupfer, wenig Schnickschnack - jedes der knapp 40 Quadratmeter großen Zimmer wirkt aufgeräumt und alles andere als protzig. Der Preis für die Übernachtung ist dagegen nicht besonders minimalistisch: Im Schnitt kosten die Zimmer um die 600 US-Dollar. Dafür bekommt der Gast allerdings garantiert einen wunderschönen Blick auf die Karibische See.

g Hotel, Galway, Irland

Der irische Hutmacher Philip Treacy, 54, hat nicht nur Kopfbedeckungen für Chanel, Givenchy oder Valentino entworfen, sondern auch das g Hotel  im irischen Galway. Die Fünf-Sterne-Unterkunft ist ein Haus der Gegensätze. Während sich dem Gast im offenen Bereich des Designhotels quietschbunte Möbel, offene Kamine, Leopardenfelle und wilde Muster aufdrängen, herrscht in den Zimmern dank harmonische Creme- und Goldtöne angenehme Ruhe fürs Auge.

Kuriosestes Zimmer ist die Linda-Evangelista-Suite, in der angeblich das alte Bett des einstigen Supermodels steht. Zu ihren besten Zeiten ließ Evangelista der Klatschpresse nach verlauten, sie würde für eine Tagesgage von unter 10.000 US-Dollar aus ebendiesem nicht entsteigen. Der Preis, um dort drin zu landen, ist erheblich niedriger. Die Suite kostet 540 Euro pro Nacht, ein normales Zimmer ohne Model-Bett gibt es bereits ab 140 Euro.

Tcherassi Hotel+Spa, Cartagena de Indias, Kolumbien

Die Kolumbianerin Silvia Tcherassi ist dank ihres von Giorgio Armani inspirierten Stils eine der bekanntesten Modeschöpferinnen Südamerikas - und betreibt genau wie ihr großes Vorbild inzwischen ebenfalls ein Hotel. Im kolumbianischen Cartagena de Indias hat die Designerin ein 250 Jahre altes Kolonialanwesen in ein edles Boutiquehotel umgewandelt.

Das Tcherassi Hotel  verfügt lediglich über sieben Zimmer und Suiten, die allesamt mit alten Steinmauern und hohen Decken viel kolonialen Altbau-Charme versprühen. Für die Inneneinrichtung verarbeitete die Kolumbianerin genau die Stoffe, die sie auch für ihre Kollektionen verwendet. Preislich spielt das kleine Hotel ganz oben mit in der Liga der großen Luxusherbergen: Eine Nacht im günstigsten Zimmer kostet knapp 800 US-Dollar, für die Gazar-Suite, ein dreistöckiges Penthouse mit eigenem Pool auf dem Dach des Hauses, verlangt die südamerikanische Modemacherin 1700 US-Dollar

Maison Moschino, Mailand, Italien

Die Modestadt Mailand ist der perfekte Standort für die Maison Moschino . Umgeben von zahlreichen Museen, der legendären Oper Scala und dem Mailänder Dom liegt das Boutiquehotel, das in einer ehemaligen Bahnhofsstation aus dem Jahre 1840 untergekommen ist, wunderbar zentral.

65 Zimmer und Suiten stehen den Gästen zur Verfügung. Alle Unterkünfte sind jeweils einem Märchen gewidmet - von "Alice im Wunderland" über "Rotkäppchen" bis zu "Dornröschen". Das Design spielt - wie beim Modehaus Moschino üblich - mit Surrealismus und Pop-Art. Die phantasievolle Nacht kostet im preiswertesten Zimmer 180 Euro, in der Junior Suite darf man ab 380 Euro träumen.

Palazzo Versace, Gold Coast, Australien

Weiße Säulen, reichlich Blattgold, farbenfrohe Blumenmuster und ein antiker Kronleuchter, der einst in der Mailänder Staatsbibliothek hing: Der Palazzo Versace  macht dem Namen des italienischen Modelabels alle Ehre. Das 2000 eröffnete Luxushotel ist eine wunderbar dekadente Herberge im australischen Gold Coast. Der Ort ist als Surfparadies bekannt. Die typischen Wellenreiter sind allerdings nicht die Zielgruppe des protzigen Palazzos, eher reiche Bootsbesitzer. Das Hotel verfügt über einen eigenen Yachthafen, der Schiffen bis zu 32 Meter Länge einen Anlegeplatz bietet.

Auch in den Zimmern ist der Prunk Programm. Badezimmer aus italienischem Marmor, edle Möbel, teure Seide und überall klassische Versace-Ornamente. Der Urlaub im Palazzo ist folglich kein billiges Vergnügen. Die günstigste Unterkunft kostet rund 370 Euro pro Übernachtung.

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