Neuseelands Ferienhäuser: Persönlich, geräumig, günstig
Neuseelands Ferienhäuser Endlich zu Hause - am anderen Ende der Welt
Wellen schlagen ans Ufer, 100 Meter unterhalb des McKerrow Cottages. Sonst hört man hier nichts, sonst rührt sich hier nichts. Das Licht der untergehende Sonne lässt die Berge rund um den Lake Hawea erglühen - erst tieforange, dann pastellrosa. Es ist wieder einmal ein wunderbar ruhiger Abend in dem Dorf am Rand des gleichnamigen Sees.
Dabei ist einer der beliebtesten und überlaufendsten touristischen Hotspots Neuseelands nur wenige Fahrminuten entfernt. In Wanaka stauen sich die Autos entlang des Seestrandes. Und auf den Campingplätzen rundherum parkt ein Wohnmobil neben dem nächsten, während die Fahrer Schlange vor den Rezeptionsschaltern stehen.
So wie an diesem Südhalbkugel-Sommertag in Wanaka geht es immer öfter zu im ach so entlegenen, dünn besiedelten Neuseeland. Denn der Tourismus boomt wie nie. Und in den ersten Monaten des Jahres, wenn es auf der Nordhalbkugel kalt und hier im tiefen Süden angenehm sommerlich ist, wird es mit den Menschenmassen an einigen Orten zu viel. Gerade auf Campingplätzen, in Hotels und Hostels, dort wo die Touristen üblicherweise logieren.
Neuseeländer trifft man an diesen Orten oft vergleichsweise selten. Was daran liegt, dass viele "Kiwis" im Urlaub in Baches übernachten. So nennen die Neuseeländer ihre Ferienhäuser. Rund 50.000 davon soll es Schätzungen zufolge geben: überall im Land, an idyllischen Orten, oft ein wenig abseits der üblichen Hauptrouten. Und manche, die ihre Bach gerade nicht selber nutzen, vermieten sie an Auswärtige weiter. So wie Gill McCone, die Eigentümerin des McKerrow Cottage in Lake Hawea.
Gill McCone
Foto: Claus Hecking"Wir sind schon vor Jahrzehnten in den Ferien nach Lake Hawea gekommen", sagt die 71-jährige ehemalige Lehrerin, die selbst nur ein paar Häuser weiter wohnt, zusammen mit ihrem Mann. "Als wir pensioniert wurden, haben wir die Chance genutzt und sind ganz hierhergezogen." Wenn ihre Kinder und Enkelkinder zu Besuch kommen, übernachtet die Familie im Cottage.
Persönlich, geräumig, heimelig
Den Rest des Jahres vermietet McCone das Haus weiter. "Es ist mein Projekt", sagt sie. Und sie sagt es nicht nur so daher. Das Wohnzimmer mit Panoramafenstern zum See und Kamin ist makellos, die drei Schlafzimmer für bis zu sechs Personen sind ebenso gepflegt wie die Küche oder der Garten hinter dem Haus. Und im Kühlschrank steht selbst eingekochte Marmelade aus heimischen Dorispflaumen.
Zwischen 120 und 170 Dollar (70 bis 100 Euro) kostet die Übernachtung für vier Personen. In Hotels kriegt man dafür kaum zwei Doppelzimmer, und auch Campingmobile dürften inklusive Platzmiete nicht billiger sein. Und diese Unterkunftsmöglichkeiten sind lange nicht so persönlich, so geräumig, so heimelig wie eine schöne Bach.
"Unser Cottage soll ein 'Home away from Home' sein", sagt Gill Mc Cone. Seit einiger Zeit bekomme sie vermehrt Anfragen von internationalen Touristen. Die Gäste schätzten die private Atmosphäre im Heim auf Zeit sehr, sagt Gill McCone. Und sie selbst auch. "Wenn wir anderswo in Neuseeland Urlaub machen, mieten wir selbst meist eine Bach."
Der Name Bach kommt von Bachelor Pad - Junggesellenbude. Denn früher hatten vor allem Junggesellen ihre Behausung in der Wildnis, um angeln oder jagen zu gehen. Auch heute gibt es vereinzelt noch solche entlegene Behausungen im alten Stil: mit Plumpsklo und ohne Strom. Die meisten modernen Baches sind aber Ferienhäuser für Familien und mit allem Drum und Dran ausgestattet.
Hier stellen wir zehn Baches auf Nord- und Südinsel vor:
Neuseelands Ferienhäuser: Persönlich, geräumig, günstig
Das McKerrow-Cottage von Gill McCone etwa bietet nicht nur eine vollständig ausgebaute Küche mit Backofen, Mikrowelle und Tiefkühlfach, sondern auch eine kleine Bibliothek, Spiele für die Kinder und einen großen Fernseher. Doch wer schaltet den schon an, wenn er so ein Alternativprogramm über sich hat?
Es ist dunkel geworden, die Sterne sind am Nachthimmel aufgezogen: Sirius, Castor und Pollux, das Kreuz des Südens. Sie leuchten herab auf die Terrasse der Bach. So lässt es sich urlauben in Neuseeland.