Orlando: Die Micky-Maus-Metropole - DER SPIEGEL
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Orlando Die Micky-Maus-Metropole

Wo früher einmal Sümpfe waren, boomen heute Disneyworld und Co. Orlando, Floridas Entertainment-Hauptstadt, ist die meistbesuchte Tourismusregion der Welt.
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"Opa, was fandest Du eigentlich in Disneyworld am Besten, als Du klein warst?" Mit dieser Frage beginnt eine Multimediashow zur Geschichte von Orlando, die seit einem halben Jahr im neuen Orange County Regional History Center gezeigt wird. Die Antwort darauf fällt dem alten Herrn leicht: "Nun, als ich so alt war wie Du heute, gab es hier kein Disneyworld." Das neue Geschichtsmuseum - untergebracht im Herzen Orlandos im ehemaligen Gerichtsgebäude von Orange County - erzählt anschaulich die Historie Zentralfloridas. Denn bevor Disney mit seiner Micky Maus 1971 in die Region kam und Orlando damit - bildhaft gesprochen - große schwarze Ohren wuchsen, war hier alles anders.

"Ob Sie es glauben oder nicht: Orlando hatte tatsächlich schon vorher eine Geschichte", betont Melissa Kranz, Marketingdirektorin des History Center. Als die Spanier im 16. Jahrhundert hierher kamen, fanden sie nicht nur heiße Sumpflandschaften vor, die vor allem von Moskitos und Alligatoren bewohnt waren, sondern auch eine indianische Kultur. Nachdem Florida an die USA fiel, waren es zunächst Rinderzüchter, später Zitrus-Plantagen, die der Region ihren Stempel aufdrückten. Und dann kam die Maus und mit ihr der Tourismus.

Mit der Maus kamen die Touristen

Seit Beginn der 70er Jahre hat Orlando einen unglaublichen Wandel durchgemacht. "Der Tag, an dem alles anders wurde", beschreibt eine Tafel im Museum die Eröffnung von Disneyworld Orlando im Jahr 1971. Innerhalb von zwei Jahren besuchten damals mehr Menschen die Micky Maus als damals in Florida lebten. Seitdem ist Orlando statistisch gesehen zur meistbesuchten Tourismusregion der Welt geworden.

Zum Disney-Imperium - das mittlerweile mit dem "Magic Kingdom", dem "EPCOT Centre", den "Disney/MGM Studios" und dem "Animal Kingdom" vier Themenparks betreibt - gesellten sich im Laufe der Jahre mit Universal ("Universal Studios", "Islands Of Adventure" sowie das brandneue "Hard Rock Hotel") und Anheuser-Busch ("Sea World" und "Discovery Cove") zwei weitere Großanbieter von Urlaubsamüsement. Nicht gezählt sind dabei die vielen kleinen Parks und Attraktionen. Nach Angaben des Orlando Tourism Bureau gibt es zur Zeit so viel zu sehen, dass man für rund 40 Tage Urlaub voll beschäftigt ist.

Geschäfte mit der Maus

Rund 38,5 Millionen Besucher kommen - meist wegen der Themenparks - jedes Jahr nach Orlando. Jede Woche sind 745.000 Touristen in der Stadt, die selbst gerade einmal 1,6 Millionen Einwohner zählt.

Der Tourismus ist mit rund 134.000 Jobs der größte Arbeitgeber in Orlando. Doch klammheimlich hat sich die Stadt auch zum High-Tech-Standort für New-Economy-Unternehmen gemausert. "Bei uns gibt es Platz, gut ausgebildete und motivierte Arbeitskräfte und günstige Steuerkonditionen für Neuansiedlungen", meint Maureen Brockman, Vizepräsidentin der Metro Orlando Economic Development Commission. Orlando habe zwar international das Image einer "Micky-Maus-Metropole". "Doch vergessen Sie nicht", betont Brockman, "auch Micky Maus ist ein ernsthaftes Geschäft."

Ditmar Hauer

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