Reisehorror Überraschung am Gepäckband
Nach zwei wunderschönen Wochen in Mexiko wollte ich meinen Urlaub mit einer Woche Besuch bei Freunden in Los Angeles ausklingen lassen. Gebucht war ich auf American Airlines mit Umsteigen in Miami. Am Schalter schlug mir die sehr freundliche junge Dame vor, doch über Dallas zu fliegen. Denn zum einen gehe dieser Flug eine Stunde früher, und zum anderen sei die Reisezeit eine Stunde kürzer. Begeistert nahm ich das Angebot an.
Am Gate herrschte noch völlige Stille. Etwa zehn Minuten später kam in missverständlichen Mexiko-Englisch eine Durchsage über ein schepperndes Megafon (die Lautsprecheranlage des Flughafens funktionierte schon lange nicht mehr) eine Durchsage, dass sich das Einchecken um zirka zehn Minuten verzögere.
20 Minuten später folgte eine erneute Durchsage: Der Flug verspäte sich um eine ganze Stunde. Die Unruhe unter den Flugpassagieren nahm merklich zu. Alles stürmte zum Schalter und versuchte auf die Miami-Maschine zu kommen. Ich, durch die frühe Tagesstunde mit der ganzen Situation noch etwas überfordert, wartete erst mal ab.
Eine Stunde später schepperte wiederum das Megafon. Leider seien die Probleme an der Maschine (von denen vorher keine Rede war) größer als angenommen, und der ganze Flug müsse leider gecancelt werden. Chaos am Schalter des Miami-Fluges, ein wildes Durcheinander und Geschreie, dem ich mich gar nicht erst stellen wollte.
Aber manchmal geschehen doch noch Zeichen und Wunder: Die nette junge Dame, die mich morgens umgebucht hatte, sah mich Häuflein da sitzen, schnappte mich und setzte mich in die Miami-Maschine, die dann auch keine zehn Minuten später startete. Ich war mir aber nicht ganz sicher, ob ich mich darüber freuen sollte, denn schnell wurde mir klar, dass etwas nicht mit in diesem Flieger sein kann: mein Gepäck.
Im Miami angekommen, versuchte ich sofort, etwas über den Verbleib meiner Koffer zu erfahren. Doch niemand wollte mich verstehen, geschweige denn ernst nehmen. In Los Angeles wiederholte sich das Spiel. Die Fluggesellschaftsmitarbeiter stellten sich dumm. Erst als ein Amerikaner mit dem gleichen Schicksal am Schalter auftauchte, nahm man sich auch meines Problems an.
Die Angestellten der American Airlines versicherten mir, dass ich sofort benachrichtigt werden würde, sobald man meine Reisetasche ausfindig gemacht habe. Mit dem festen Vorsatz, nicht zu verzweifeln, fuhr ich zu meinem Freund, um dann noch mit ihm in meinen verschwitzen zwölf-Stunden-Flug-Klamotten zu dem 60. Geburtstag seiner Mutter zu fahren.
Am nächsten Morgen kam ein Anruf, meine Tasche sei aufgetaucht und werde mir umgehend gebracht. Ich versuchte noch, ein Upgrade für meinen Rückflug nach Deutschland zu bekommen - mit dem Hinweis auf das was ich durchgemacht hatte. Das aber wurde nicht anerkannt, da ja meine Tasche so schnell wieder aufgetaucht wäre.
Zurück in Deutschland kam es dann noch zu einer erstaunlichen Auflösung, nämlich wie meine Tasche doch noch nach L.A. gekommen war: Meine Freundinnen, mit denen ich in Mexiko gewesen bin, sind eine Stunde später als ich nach Miami geflogen, um von dort aus ihren Heimflug anzutreten. Am Gepäckband in Miami trauten sie ihren Augen nicht, als sie mein Gepäck entlangrollen sahen. Es baumelte nur ein winziges Schildchen daran, dem man entnehmen konnte, dass diese Tasche nach L.A. sollte. Nur der Durchsetzungskraft meiner Freundinnen, die mein Gepäck auf eigene "Gefahr" durch den Zoll brachten, war es zu verdanken, dass ich meine Tasche in L.A. in Empfang nehmen konnte. American Airlines Mitarbeiter wollten sich damit nicht beschäftigen.