Samstag, 12. April Segen des Lama per Telefon
Trennen wollte sich heute niemand so recht von der Klosteranlage Tengboche. Zu sehr genießen die Mitglieder des Expeditionsteams die wärmenden Sonnenstrahlen und den wunderschönen Tempel. Eigentlich hätte heute eine Zeremonie mit dem Lama des Klosters stattfinden sollen. Doch der Vorstand des Klosters, einer der wichtigen Heiligen, musste wegen dringender Geschäfte nach Katmandu fliegen. Er konnte nicht rechtzeitig kommen, um der deutsch-schweizerischen Expedition und den Sherpa seinen Segen zu geben. Sherpa-Chef Ngawang Thiele hat noch keine seiner vier Everestbesteigungen ohne den Segen des Lamas von Tengboche vollbracht. Er entschloss sich, den Segen des Heiligen für die Expedition per Telefon von Pheriche zu holen.
Pheriche liegt zwei bis drei Tagesetappen vom Basecamp entfernt. Abends liegen die Temperaturen merklich unter dem Gefrierpunkt. Der 6857 Meter hohe Ama Dablam dominierte das Panorama während des gesamten Wegs nach Pheriche. Der Ama Dablam ähnelt dem Matterhorn und ist einer der formschönsten Berge im Himalaja. Eckhard Schmitt und Alex Eberhöfer konnten den Berg bereits besteigen. Auch der Mount Everest war gut zu sehen. Allerdings mit einer weißen Fahne, ein warnendes Zeichen dafür, dass dort oben ein heftiger Wind weht. Morgen, beim Aufstieg in das knapp 5000 Meter hohe Lobuche, wird sich zeigen, wie gut die Expeditionsteilnehmer sich bereits akklimatisiert haben.