San Diego Heimlich schön
1,25 Millionen Menschen leben in der 514 Quadratkilometer großen Stadt im südwestlichen Zipfel der USA - nicht eng auf eng, eher verteilt auf viele kleine Dörfer, auf Bergen und in Tälern. Und doch durch ein relativ klares Netzwerk von Schnellstraßen miteinander verbunden. Mit guten Stadtplänen findet auch der Ortsunkundige schnell die schönsten Plätze der zweitgrößten Stadt Kaliforniens.
Zum Beispiel den Zoo. Der nennt sich selbst "World-Famous San Diego Zoo" und erlangte Weltruhm durch die erfolgreiche Züchtung gefährdeter Tierarten. Das berühmteste Beispiel ist das 1999 geborene Pandababy Hua Mei. Aber noch viel eindrucksvoller sind die Züchtungserfolge und die gesamte Anlage des 720 Hektar großen Wild-Animal-Parks, einer Unterabteilung des Zoos in den nahe gelegenen Bergen. Dort ist es gelungen, eine Reihe vom Aussterben bedrohter Tierarten zu retten und in die Natur zurückzuführen.
Zu den weiteren Attraktionen - besonders für Urlauber mit Kindern - gehört "SeaWorld", eine Mischung aus Freizeitpark und Tiershow: Killerwale, Delfine, Seelöwen und Seeotter setzen das Publikum mit ihrer Intelligenz und Kunstfertigkeit in Erstaunen.
Die ganz Kleinen werden es vielleicht vorziehen, das einzige "Legoland" außerhalb Europas zu besuchen. Das kulturelle Herzstück San Diegos jedoch ist der Balboa-Park mit 14 verschiedenen, oft interaktiv ausgestatteten Museen. So ist das Science Museum besonders für Kinder reizvoll.
Und dann gibt es ja noch den Ausflug in das nahe gelegene Mexiko. Keine Grenze der Welt verzeichnet mehr Übertritte als die zwischen San Diego und Tijuana/Mexiko: 50 bis 60 Millionen Menschen überqueren pro Jahr die Grenze.
Ein Abkommen zwischen Mexiko und den USA hat die Überfahrt erheblich erleichtert. Inzwischen fährt sogar eine Trambahn direkt von San Diego nach Tijuana. Die bunten Märkte, Duty-free-Shopping und lockere Nachtlokale sind dort ein beliebtes Reiseziel für Touristen.
Historisch gesehen ist San Diego äußerst spannend: Die Stadt rühmt sich, die Geburtsstätte Kaliforniens zu sein. Jahrhunderte lang bevölkerten die Kumeyaay-Indianer die Küste und Flusstäler, bis der portugiesische Seefahrer Juan Rodriguez Cabrillo das Land 1542 für die spanische Krone entdeckte.
Als sich Mexiko 1821 von den spanischen Eroberern befreite, wurde Baja- und Alta-Kalifornien (darunter San Diego) Teil Mexikos. 1846 brach der Krieg zwischen Mexiko und Amerika aus, der 1848 mit dem Frieden von Guadalupe Hidalgo endete. Zwei Jahre später wurde Kalifornien zum 31. Staat Amerikas ernannt. San Diegos so genannte "Old Town" erinnert an die Frühzeit.
Nach der Pearl-Harbor-Attacke 1941 siedelte sich das Hauptquartier der Pazifik-Flotte in San Diego an. Das so genannte Gaslight-Viertel mit seinen vielen Restaurants wurde modernisiert, das Kongresszentrum ausgebaut, ein größeres Baseball-Stadium und viele Wohnhäuser errichtet.
Das zweitbeste Klima der Welt soll San Diego haben - nach den Kanarischen Inseln. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20 Grad und kaum Regen müsste die Stadt eigentlich vielen anderen Orten dieser Welt den touristischen Rang ablaufen.
Tut sie aber nicht. Noch ist San Diego mit seinem 110 Kilometer langen, weißen Strand und einer abwechslungsreichen Umgebung für Amerikareisende ein Geheimtipp. Und das, obwohl die Zeitschrift "Men's Fitness" San Diego bereits zum zweiten Mal zur "Fittesten Stadt Amerikas" ernannte.
Ein Eindruck vom Freizeitleben lässt sich am Strand gewinnen: Ein Strom von Joggern, Inline-Skatern und Fahrradfahrern bewegt sich ständig entlang der Promenade. Kalifornier, Mexikaner und ausländische Touristen bevölkern die Strände - hier zeigt sich San Diego von seiner kosmopolitischen Seite.
Tipps:
Eintrittspreise sind in San Diego erheblich teurer als in Europa. Es empfiehlt sich, einen "Sunny Money 2000 San Diego Super Savings"-Bon zu besorgen: direkt im Touristenbüro am Horton-Plaza oder per Post: San Diego Convention & Visitors Bureau, 401 B Street, Suite 1400, Dept. 700C-99, San Diego, CA 92101-4237