Sankt-Lorenz-Strom: Wo der Fluss zum Meer wird - DER SPIEGEL
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Sankt-Lorenz-Strom Wo der Fluss zum Meer wird

Wenige Kilometer hinter Québec City wird der Sankt-Lorenz-Strom so breit, dass das gegenüberliegende Ufer nur noch schwer zu erkennen ist. Die Landschaft zieht schon seit jeher Sommerfrischler und Künstler an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Region am Sankt-Lorenz-Strom östlich von Québec City, das so genannte Charlevoix , ist besonders für kanadische Maler und Schriftsteller ein Anziehungspunkt. Warum das so ist, wird bereits nach wenigen Kilometern auf der kurvigen und hügeligen Küstenstraße klar: Die Ausblicke auf den immer breiter werdenden Fluss sind phänomenal. Seit 1989 von der Unesco als Biosphärenreservat geschützt, ist der ländliche Charakter der Region mit ihren zahlreichen einzeln stehenden Bauernhöfen erhalten geblieben. Auf einem schmalen Streifen zwischen dem Fluss und den schroffen Bergen des Hinterlandes reihen sich kleinere Orte wie Perlen an einer Schnur auf.

Ein Stopp mit dem Auto lohnt allenthalben - neben den Aussichtspunkten, den "Bellevues", sollten vor allem die vielen kleinen Galerien in umgebauten Farmen besucht und durchstöbert werden. Ein Zentrum für Galerien lokaler Künstler befindet sich in Baie-Saint-Paul, etwa 90 Kilometer von Québec City entfernt. Im Centre d'Art werden wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Einige Kilometer weiter, im Ort Saint-Joseph-de-la-Rive, bietet sich die Möglichkeit zu einem reizvollen Abstecher auf die Isle-aux-Coudres, eine kleine Insel im Strom. Eine kostenlose Fähre setzt die Besucher über. Besonderheit der Insel ist eine kombinierte Wasser- und Windmühle aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Zurück auf der Küstenstraße führt der Weg durch den malerischen Ort Saint Irenée. Auf einem früheren Landgut der Familie Forget befindet sich hier seit 1996 eine hochmoderne Konzerthalle. Jeden Sommer bietet das Domaine Forget International Festival  hochkarätige Klassikkonzerte. Bereits seit mehr als 200 Jahren kommen wohlbetuchte Touristen aus ganz Nordamerika auf die Landgüter des Charlevoix wie die Domaine Forget.

Ein weiteres Zeugnis des frühen Tourismus der Region ist das Manoir Richelieu  in La Malbaie , ein Luxushotel von 1928, dessen mit Millionenaufwand restaurierte Zimmer originalgetreuen und äußerst kostspieligen Luxus bieten.

Auch in La Malbaie lohnt es sich, von der Küstenstraße abzuzweigen. Eine 44 Kilometer lange mehr oder weniger schlechte Piste führt entlang des Rivière Malbaie in die Felslandschaft der Hautes-Gorges de La Malbaie. Die Steilen Uferberge ragen dort bis zu 700 Meter hoch. Eine Bergtour oder eine Bootsfahrt auf dem Fluss ist eine lohnende Abwechslung zum ermüdenden Autofahren.

Eine weitere Chance zur Erholung bietet eine Walbeobachtungstour , die im 70 Kilometer von La Malbaie entfernten Ort Tadoussac angeboten wird. Dort mündet der Fluss Saguenay in einem tief eingeschnitten Fjord in den Sankt-Lorenz-Strom.

Die Vermischung von Süßwasser aus dem Saguenay mit den bereits salzig gewordenen Fluten des Sankt-Lorenz zieht mehrere verschiedene Großwalarten an. Schwertwale, majestätische Blauwale und, wenn der Besucher viel Glück hat, auch schneeweiße Belugas können entweder von größeren Walbeobachtungsbooten oder von Schlauchbooten mit Außenbordmotor aus beobachtet werden.

Man muss aber noch nicht einmal eines der relativ teuren Beobachtungsboote besteigen, um nach den Walen Ausschau zu halten. Kurz vor Tadoussac, von der kostenlosen Fähre über den Saguenay  aus, bietet sich eine hervorragende Beobachtungsmöglichkeit. Ebenso vom Ufer des Flusses, wo Mitarbeiter des Informationszentrums GREMM bei der Suche nach den Walen helfen.

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