Seychellen: Insel zu vermieten - DER SPIEGEL
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Seychellen Insel zu vermieten

Ob einfache Unterkunft oder Luxusbungalow im tropischen Garten – auf den Seychellen ist alles möglich. Wenn die Urlaubskasse mitspielt, bekommt man gar eine Insel nur für sich.
Von Frank und Uschi Schneider
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Böse Zungen behaupten, der Begriff Hotelkette rühre daher, dass am Strand eine Anlage an die nächste grenzt. Auf den Seychellen, etwa 1600 Kilometer östlich von Kenia und rund 1000 Kilometer nördlich von Madagaskar, ist das sicher nicht so. Hotels sind dort so spärlich gestreut, dass man beim Anflug auf die Inseln glatt meinen könnte, es gäbe gar keine.

Natürlich entscheidet nicht zuletzt die Dicke des Geldbeutels über die Klasse des Hotels, das der Reisende wählt. Wer nicht den Preis für ein Luxusressort bezahlen kann oder möchte, kann auf der Hauptinsel der Seychellen, Mahé, auch ein günstigeres Feriendomizil finden. Zwar sind die beiden Schwesterinseln Praslin und La Digue wegen ihrer Strände berühmter, aber auch auf Mahé gibt es kilometerlange Sandstände und kleine versteckte Buchten.

Im Norden, kaum eine halbe Stunde Autofahrt vom Flughafen entfernt, liegt der Ort Beau Vallon. Am mehrere kilometerlangen Strand bietet das Coral Strand Hotel 120 Zimmer. Das Areal der Anlage ist nicht sonderlich groß, aber das lebhafte Haus präsentiert sich zu erschwinglichen Preisen - ab etwa 370 Mark pro Doppelzimmer.

Wer ein Stück Strand für sich will, fährt mit dem Mietwagen - sie werden von den Verleihfirmen bis an die Rezeptionen der Hotels geliefert - einfach ein paar Minuten an der Küstenstraße entlang und wird auch dort auf einsame Fleckchen mit glatt geschliffenen Granitblöcken stoßen. Im Norden der Insel empfiehlt sich ein Besuch des Restaurants Le Corsair am kleinen Hafen des Fischerdörfchens Bel Ombre. Wie bei fast allen Restaurants ist auch hier eine Tischreservierung angebracht.

Platz im Überfluss haben die Gäste des Plantation Club ganz im Südwesten von Mahé. Manfred Heinkelein, deutscher Generalmanager des Hotels, ist Herr über rund 200 Zimmer und ein Areal von etwa 75 Hektar Land. Ein kleiner Park mit Lagune und Palmengarten gehört dazu, direkt davor liegt ein fast drei Kilometer langer Strand. Heinkelein pflegt die Anlage mit schwäbischer Gründlichkeit. Nicht nur die Zimmer in den zweigeschossigen Reihenbungalows werden regelmäßig renoviert, auch der Park trägt zum positiven Gesamteindruck bei. Im tropischen Klima, weiß Heinkelein, der seit elf Jahren auf den Seychellen arbeitet, ist in einem Hotel nie wirklich alles in Ordnung. "Wenn man mit dem Renovieren hinten fertig ist", so Heinkelein, "sollte man gleich vorne wieder anfangen."

Insgesamt zählt der Plantation Club mit Zimmerpreisen ab circa 600 Mark bis zur Präsidentensuite für rund 2300 Mark - inklusive Frühstück - zur mittleren bis gehobenen Preiskategorie auf den Seychellen. Dem Hotel ist eine internationale Tauchschule angegliedert - und ein Spielcasino befindet sich gleich neben dem großen Empfangsgebäude. Eventuell kann man dort das nötige Kleingeld für eine Verlängerungswoche gewinnen.

Der Begriff Exklusivität scheint nicht umsonst mit den Seychellen verbunden zu sein. Auf La Digue, der wohl ursprünglichsten der drei großen Inseln, zählt das La Digue Island Lodge mit 24 Zimmern und neun Chalets schon zu den größeren Häusern. Auch auf Praslin sind luxuriöse Hotels leicht zu finden - schließlich ist die Insel deutlich kleiner, deutlich elitärer, als Mahé. Das fünf Sterne Hotel Lemuria mit 88 Suiten nennt sogar einen Golfplatz (Par 71) sein eigen. Für das Doppelzimmer muss der Gast rund 690 Dollar pro Nacht veranschlagen.

Das Hotel L'Archipel liegt in einer abgelegenen Bucht, die kleinen Bungalows sind in einem tropischen Garten ganz in der Nähe des Strandes verstreut. Für Preise von ungefähr 630 Mark für ein Zimmer bis 1200 Mark für einen eigenen Luxusbungalow bietet das L'Archipel gediegenes Ambiente in kolonialem Stil.

Richtiges "Robinson Feeling" kommt auf, wenn man eine Insel für sich hat. Wie zum Beispiel D'Arros Island. Für 7500 Dollar pro Tag kann man gleich das ganze Eiland samt Hotel buchen - wer mag, in einer Gruppe bis zu achtzehn Personen, wer seine Ruhe will, auch allein. Ein ähnliches Angebot gibt es auch auf Félicité Island.

Nach einem solchem Urlaub dürfte dann allerdings auch in so mancher Geldbörse "Robinson Feeling" herrschen.

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