Solartaxi in Singapur Alarm im Urwald
Singapur ist Anziehungspunkt von Forschern, Finanz-Jongleuren und den Reichen aus aller Welt. Hier beschäftigt man sich mit Vorliebe mit der Frage, wo gerade das neuste Shopping-Center entstehen soll. Doch seit kurzem fragt sich ganz Singapur auch etwas anderes: Wie konnte es passieren, dass ein Terroristenführer aus dem Gefängnis entkommen konnte? Mas Selamat bin Kastari wollte nur mal aufs Klo - und kam nicht wieder.
Für viele Bewohner und Staatsdiener bedeutet der Ausbruch des Terroristen eine unglaubliche Schande. Hundertschaften von Polizisten durchkämmen die Wälder des Inselstaates, mehrere Polizeichefs sind entlassen worden, und der Stau an der Grenze zu Malaysia löst sich kaum mehr auf.
Jedes Palmblatt wird doppelt umgedreht. Der Mann könne sich jahrelang vom Dschungel ernähren, heißt es, und so stellt sich Singapur darauf ein, dass die Suche nach ihm noch lange dauern wird. Die Weitläufigkeit des Dschungels inmitten der Stadt lerne ich während einer Mountain-Bike-Tour mit Heinz Iten, dem Leiter des Schweizer Clubs, kennen. Wir begegnen keinem einzigen Menschen. Weder Terroristen, noch sonst irgendjemandem.
Große Geschäfte mit Solarenergie
Die Tage in Singapur vergehen rasend schnell. Wir dürfen in der Schweizer Botschaft unser Quartier aufschlagen. Hier stößt auch Frank Loacker aus dem Zürcher Oberland neu zum Team. Als Elektrofahrzeugtechniker wird er uns während den nächsten paar Wochen und über die nächsten paar tausend Kilometer quer durch Fernost begleiten und filmen.
Und es gibt einiges zu berichten. Singapurs Presse stürzt sich begeistert auf das Solartaxi. Der Stadtstaat will Zentrum für Solarenergie werden, viele Unternehmen bauen hier und wollen große Geschäfte machen. Das Gesicht Singapurs könnte sich bald verändern. Aber auch wegen etwas anderem. Während unserer Mountain-Bike-Tour bleibt Heinz Iten plötzlich neben einem großen Baum stehen: "Seit zwei Jahren regnet es viel mehr als sonst", sagt er. "Im vergangenen Jahr war der Boden oft so weich, dass große Bäume umgekippt sind. So sind schon fünf Menschen ums Leben gekommen."
Mit Polizeieskorte zum Minister
Heute morgen sind wir früh gestartet, um den Wissenschafts- und Umweltminister des Staats Malakka in Malaysia zu treffen. Doch die Zeit rennt uns davon. Zuerst verfahren wir uns in Singapur, verbringen länger als geplant bei der Abfertigung am Zoll und schließlich nehmen wir dann auch in Malaysia mehrmals die falsche Abzweigung. Schließlich wartet auf der erstklassigen Autobahn die Polizei auf uns: "Folgt uns, wir bringen euch schnell zum Minister", bieten die Beamten an. Wir kommen mit Blaulicht und Sirenengeheul doch noch pünktlich zum Mittagessen. Der Umweltminister erwartet uns nicht nur mit gut 300 Leuten, sondern auch einer Trommler-Parade und einer Ansprache. Frank kommt kaum aus dem Staunen heraus.
Der Minister und ich halten die Ansprache im malaysischen Fernsehen gemeinsam: Solarenergie ist die Energie der Zukunft, die uns hilft, die globale Erwärmung zu stoppen. Wir sind beeindruckt von dem Engagement der Menschen. Man darf gespannt sein, was die Tigerstaaten sonst noch bereit halten.