Südafrika: Rückkehr ins Paradies - DER SPIEGEL
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Südafrika Rückkehr ins Paradies

Das Shamwari Game Reserve in Südafrika verbindet Artenschutz und Tierbeobachtung. Besucher erleben eine luxuriöse Öko-Safari in malariafreiem Revier.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Können Löwen auf die Idee kommen, in einen offenen Geländewagen zu springen, der keine zehn Meter entfernt ist? Das sei noch nie passiert, beteuert der Ranger. Doch so richtig beruhigt diese These nicht, wenn man selbst in diesem Wagen sitzt, der Motor ausgeschaltet ist, die Löwen nicht zu sehen sind, aber etwas zu deutlich ein Laut hörbar ist, der mit "Schnurren" harmlos beschrieben ist.

Abenteuer in solch extremer Nähe gehören zum Glück nicht zum Standardprogramm im Shamwari Game Reserve  im Süden Südafrikas. Rund 70 Kilometer nördlich von Port Elizabeth wurden auf einem Gelände, das mit 180 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Liechtenstein ist, wilde Tiere, die hier einst heimisch waren, wieder so angesiedelt, wie es ein natürliches ökologisches Gleichgewicht erfordert.

Die Idee einer "Rückkehr ins Paradies" hatte vor rund zehn Jahren der Unternehmer Adrian Gardiner. Er kaufte überweidetes Farmgebiet auf, renaturierte es und brachte nach und nach Elefanten, Nashörner, Kapgiraffen, Steppenzebras, Antilopen, Geparden - und eben Löwen zurück. Das Shamwari-Team ist stolz auf die vielen Auszeichnungen, die das Projekt mittlerweile bekommen hat. 1996 erhielt Gardener zum Beispiel den Umweltpreis des Deutschen Reisebüro Verbandes.

Finanziert wird das Privatreservat durch seine zahlungskräftigen Besucher, die sich in insgesamt fünf Lodges verwöhnen lassen können, wenn sie von den aufregenden Pirschfahrten zurückkehren. Doch nicht nur der pure Luxus zieht die Gäste aus der ganzen Welt an. Denn gegenüber anderen teuren Privatreservaten in Südafrika hat Shamwari einen großen Vorteil: Das Areal ist malariafrei, lästiges Einnehmen von Medikamenten also überflüssig.

Geduld allerdings sollten die Besucher mitbringen. Denn das Shamwari Game Reserve ist kein überdimensionaler Zoo, in dem die Tiere schon an den Menschen gewöhnt sind und sich problemlos aus nächster Nähe beobachten lassen. Kein Ranger kann hier auch bei einem Dutzend täglicher Pirschfahrten garantieren, dass er Kaffernbüffel oder Spitzmaulnashörner tatsächlich findet.

Die Suche nach den fotogenen "Big Five" (Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel und Nashörner) können Gäste aber auch viel intensiver als vom Land Rover aus betreiben. Voraussetzung: leise Sohlen und gute Nerven. Denn bei einem Fußmarsch kommen sie zum Beispiel Nashörnern mit etwas Glück und günstigem Wind so nahe, dass selbst das Klicken der Kamera die scheuen Rhinos vertreiben würde.

Der Ranger hat bei diesem "Walk" immer das Gewehr dabei. Denn "Shamwari" heißt in der Sprache der einheimischen Shona zwar "Freund" - aber das muss nicht jedes Tier verinnerlicht haben.

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