Sydney: Keimzelle des modernen Australiens - DER SPIEGEL
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Sydney Keimzelle des modernen Australiens

Mitten in der "verdammten Wildnis" ist aus der Sträflingskolonie die Vier-Millionen-Metropole Sydney entstanden. Eine kosmopolitische Stadt am Wasser mit dem weltberühmten Opernhaus, spannenden Museen, Restaurants, Parks und Gärten.
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Der Anfang war schwierig und verhieß keine große Zukunft: Im Jahr 1787 segelte Captain Arthur Phillip mit einigen Soldaten und zahlreichen Schwerverbrechern an Bord von London aus ans andere Ende der Welt, um im noch unerforschten Australien ein Gefangenenlager aufzubauen. An der Ostküste des Fünften Kontinents wählte er eine tief ins Land greifende Bucht, die er Sydney Cove nannte, und ging am 26. Januar 1788 an Land.

Heute ist Sydney eine Metropole mit einer Kilometer langen Waterfront: goldgelbe Sandstrände, exklusive Villenviertel und Yachthäfen, aber auch naturbelassenes Buschland und einsame Leuchttürme, nicht zu vergessen die hochaufragende, glas- und chromverkleidete Skyline der City gleich neben dem Opera House.

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich Sydney vom Gefangenenlager durch den Zuzug von Siedlern und Händlern und den Bau von eleganten mehrstöckigen Herrenhäusern und stilvollen "Terrace Houses" zur ansehnlichen Stadt. Ihre multikulturelle Prägung erhielt die größte Stadt Australiens erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als Hunderttausende aus Europa, Asien, Afrika sowie Nord- und Südamerika auf der Suche nach einer neuen Zukunft nach Down Under kamen. Die Einheimischen, die Aborigines, die schon seit 50000 Jahren in diesem Land leben, stellen heute nur noch eine kleine Minderheit dar. Vielfach alkoholabhängig und obdachlos, zeugen sie vom Niedergang eines Naturvolkes, das von den europäischen Eindringlingen fast ausgerottet worden wäre. Für sie bedeutete Captain Phillips Ankunft den Anfang vom Ende.

Sehenswertes

Botany Bay
Einmal in der historischen Bucht einen Fuß genau dorthin setzen, wo erstmals Europäer australischen Boden betreten haben! Möglich macht das der nur 2 km lange Monument Track, der dicht am Wasser entlang den Spuren der Pioniere zu "Captain Cook's Landing Place" folgt.

The Rocks
Wen wundert's, dass in den engen Gassen des historischen Viertels noch immer etwas vom alten Pioniergeist spürbar ist. Schließlich ließen sich auf dem steilen Felshang die ersten Europäer nieder. The Rocks ist die älteste Ansiedlung des ganzen Kontinents.

Paddington Market
Das Gedränge auf dem samstäglichen Markt ist so groß und bunt wie das Angebot: viel Handgemachtes, darunter Kunst ebenso wie Kitsch, Altes wie Antikes. Wer originelle Mitbringsel sucht, wird im Dickicht der über 250 Verkaufsstände garantiert fündig.

AMP Tower
360 Grad Weitsicht bis hin zu den Blue Mountains im Westen, Palm Beach im Norden und der Botany Bay im Süden gewähren bei klarem Wetter die Panoramafenster auf dem Observation Deck. Mit knapp 305 m Höhe ist der Turm das höchste Bauwerk des Kontinents.

Museum of Sydney
Liebe zum Detail zeichnet das Museum aus, dessen kreative Ausstellungen sich ganz modern eines alten australischen Themas annehmen: das Aufeinandertreffen von europäischer Zivilisation und steinzeitlicher Aborigines-Kultur.

Strand Arcade
Durch das große milchige Glasdach der dreistöckigen Einkaufsarkade dringt nur dezentes Tageslicht. Was die viktorianische Eleganz im prachtvoll ausgestatteten Innern erst richtig zur Geltung bringt. Ein stilvolles Ambiente für hochpreisige Designer-Shops, edle Schmuckauslagen und gemütliche Cafés.

Royal Botanic Gardens
Der Spaziergang dicht am Wasser und im Schatten mächtiger Bäume hat an heißen Sommertagen belebende Wirkung. Erfrischend, wie auf "Mrs. Macquaries Chair" die kühle Meeresbrise ins Gesicht weht und im Kräutergarten aromatische Düfte in die Nase steigen.

Sydney Opera House
Außen fasziniert die eigenwillige Architektur, die das einst umstrittene Bauwerk zum Wahrzeichen der Stadt gemacht hat. Drinnen ernten immer wieder aufsehenerregende Inszenierungen mit Künstlern aus aller Welt großen Beifall.

Bondi Beach
Angesichts der stilvollen Restaurants, schicken Bistros und stimmungsvollen Kneipen scheint der wunderbar weiche Sandstrand beinahe Nebensache. Das stadtnahe Seebad ist schon seit Jahren "trendy", ein Szene-Treff und am Wochenende "the place to be".

Bridge Climb
Keine neue olympische Disziplin, sondern ein Nervenkitzel: die Besteigung der weltberühmten Harbour Bridge, eine atemberaubende Kletterpartie über steile Stiegen und schmale Stege bis hinauf zum Scheitelpunkt des stählernen Brückenbogens. Sydney total aus 130 Meter Höhe. Fit muss man nicht sein, nur nüchtern und schwindelfrei.

Aus Merian Online