USA Brezen, Bier und Blasmusik
Newport/Las Vegas - Auf dem Ohio River fahren laut tutend Schaufelraddampfer vorbei, während im Biergarten mit Blick auf die Hochhäuser Cincinnatis weiche "Authentic Bavarian style pretzels" genossen werden. Dazu gibt es heißen, orangenen "Bier Cheese Dip". Aus dem Industrie-Flachbau in Newport, zu dem die Terasse gehört, strömt Sauerkraut- und Bierdunst. Vor einem weißblauen Rautendekor sitzen Gäste mit Gamsbärten am Filzhut und genießen bayerisches Bier. Die Klänge der Blaskapelle gehören selbstverständlich dazu.
"Wir setzen auf Erlebnisgastronomie und wollen unseren Gästen die gleiche Einzigartigkeit bieten, wie sie etwa Hard Rock Cafés haben", so Laura Krauser von der Betreibergesellschaft in Newport. München ist Cincinnatis Partnerstadt, und es gab schon lange die Idee, dort ein Hofbräuhaus zu bauen. Im Mai 2003 wurde das Projekt realisiert, wenn auch auf der anderen Seite des Ohio-Flusses.
"Ein Münchener Architekt hat uns geholfen, der Gaststätte den richtigen Schliff zu geben", sagt Krauser. Unter der Decke hängen grüne Kränze mit "Ein Prosit"-Wimpeln. Gemälde von König Ludwig und Schloss Neuschwanstein fehlen ebenso wenig wie Fotos aus der Münchener Innenstadt und ein wagenradgroßer Fassdeckel mit der Aufschrift "HB 1589". Die Einrichtung wurde natürlich komplett aus München importiert.
Hauptsache orginalgetreu
Viele der Gäste tragen Lederhosen oder Dirndl. "In der Gegend um Cincinnati leben sehr viele Deutschstämmige. Die halten ihre Traditionen hoch", ruft Krauser, während die Blaskapelle "Ein Prosit der Gemütlichkeit" mit Schmackes intoniert. Allein drei Hausbands hat das Hofbräuhaus unter Vertrag: Die "Alpen-Echos", "Prost" und die "Cincinnati Schnapps Band". In der Küche schichtet Chefkoch Bill Riester Schweinshaxen, Knödel, Bohnen und Sauerkraut auf einen Teller. Viele Zutaten kommen aus Deutschland. "Sauerkraut importieren wir aus Baden-Württemberg, die Kartoffelknödel aus Mecklenburg-Vorpommern", verrät er. Das Bier braut die Gaststätte dagegen selbst - und zwar nach dem Münchener Originalrezept. Um den kupfernen Braukessel ist die Bar gebaut worden. Von dort tragen Kellnerinnen große Tabletts voller Steinkrüge und Weizengläser zu den Tischen.
Für das Münchner Orginal ist das Lizenzgeschäft ein voller Erfolg. "Das Hofbräuhaus Newport ist unser erster Lizenznehmer und hat unsere Erwartungen weit übertroffen", sagt Michael Möller, Direktor vom Hofbräuhaus München. Weitere Ableger in Chicago und Florida sollen folgen. Nach dem amerikanischem Geschmack sollen die Neueröffnungen noch bayrischer werden: "Im Januar hat ein Hofbräuhaus in Las Vegas eröffnet", sagt Möller stolz. "Ein originalgetreuer Nachbau der Wirtschaft am Münchener Platzl."
Von Arno Schütze, gms