Vendée Globe: Der Mond enthüllt seine Schönheit - DER SPIEGEL
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Vendée Globe Der Mond enthüllt seine Schönheit

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gestern herrschte bereits ein ziemlich hoher Seegang - ein sicheres Zeichen, dass Wind aufzieht.

Das Meer hat ein weiteres Mal seine Farbe geändert: Es hat jetzt ein tiefes Dunkelblau angenommen, sieht aus wie Tinte. Auch die Sternenkonstellationen ändern sich, so langsam zieht der südliche Sternenhimmel auf. Und als wäre es ein weiteres Zeichen dafür, dass wir in die Hemisphäre des Südens eintreten: Der Mond ist zurück. Jede Nacht enthüllt er mehr und mehr von seiner Schönheit. In der vergangenen Nacht glitzerte das Wasser in seinem Schein so unglaublich weich. Welch eine Zerstreuung von Schönheit auf dem Meer, das dadurch so täuschend friedlich aussieht! Als könnte nichts seine gleichmäßigen Bewegungen aus dem Takt bringen.

Gestern war mal wieder ein arbeitsreicher Tag. Ich habe alle Schotten nach Wasser abgesucht und den Verstauungsraum für die Segel trocken gelegt. Außerdem habe ich überprüft, ob die Trossen noch okay oder bereits durchgescheuert sind. Und meinen zweiten Müllsack habe ich auch verstaut.

Ansonsten war gestern ein entspannter Tag: Ich habe einige Nickerchen gemacht und bin zur Santana-CD ein wenig übers Schiff gehopst.

Bald überqueren wir diese unsichtbare Grenze und plumpsen in den südlichen Teil der Erde. Dort werden wir alles in allem rund 50 Tage verbringen. Die Fahrt um die Antarktis wird nicht einfach sein. Äußerste Vorsicht ist bei der Umschiffung von Eisbergen geboten, und wir müssen bei den Stürmen aufpassen, die uns umwehen werden. Wahrscheinlich ein 24-Stunden-Job. Obwohl ich sehr wachsam bin und einen enormen Respekt vor den Gefahren habe, freue ich mich auf den Süden. Irgendwie fängt dort für mich das Rennen so richtig an.