Vendée Globe: "Permanent Segel setzen" - DER SPIEGEL
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Vendée Globe "Permanent Segel setzen"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ich bin heute etwas gereizt. Hätte wirklich ein bisschen mehr Schlaf benötigt. Ich hatte in der Nacht mit einigen Problemen zu kämpfen. Der Wind war recht stark und hat mein Boot auf dem Wasser hin und her gezerrt, so dass ich permanent Segel setzen musste.

Dann hatte ich auch noch Schwierigkeiten mit der Winde meines Hauptsegels: Reparatur nötig - und das ist nicht gerade einfach, wenn man sich auf einem schaukelnden Deck befindet und im Halbdunkeln arbeiten muss.

(Wow, habe gerade einen Luftsprung von meinem Sitzplatz hinter mir, nachdem wir von einem Wellenkamm in die Tiefe gerauscht sind.)

Zweimal hatte ich jetzt bereits Probleme mit dem Instrumenten-System. Ich muss die Ursache unbedingt heute noch finden.

Momentan segele ich mit gehißtem Gennaker. Das kann sich jedoch in kürzester Zeit ändern. Ich muss ständig darauf achten, dass ich meine Entscheidungen rechtzeitig an die Wetterkonditionen anpasse. Zurzeit variieren die Windstärken extrem. Immer wenn ich mich gerade für ein bestimmtes Segel entschieden habe, muss ich es auch schon wieder austauschen. Ich wünschte, die Wind- und Wetterverhältnisse blieben wenigsten für eine Weile mal konstant.

Es tat mir so leid für das Philips Team, als ich hörte, dass sie aufgeben. Ich war jedoch sehr erleichtert, dass die Mannschaft wohlauf ist. Wenn man noch nie in einem dieser High-Tech-Boote am Start einer solchen Regatta gestanden hat, ist es nicht leicht, die Anstrengungen und Energien wertschätzen zu können, die in dieses Projekt gesteckt wurden. Ich fühle mit der Mannschaft und wünsche ihnen alles Gute. Ein kleiner Trost ist vielleicht, dass sie wenigstens die Möglichkeit hatten, einen Teil der Regatta zu bestreiten. Es wird sicher nicht die letzte sein, auch wenn diese Vendée Globe für sie zu einem abrupten Ende geführt hat.