Vendée Globe Wenig Wind und viel Meerestang
Der Tag fing ganz ruhig an. Als verstärkt Wind aufzog, bemerkte ich jedoch, dass sich irgendetwas am Kiel verhakt haben musste. Ich hörte komische Geräusche, die von unterhalb des Bootes kamen.
Ich versuchte die Segel einzuholen, um herauszufinden, was das war. Allerdings stellte sich das als ziemlich schwierig heraus, da der Wind mit jeder Sekunde zunahm. Später am Abend hatte ich immer noch das Gefühl, dass irgendwas unter dem Boot war. Ich hatte mich gerade entschieden, die Segel ein weiteres Mal einzuholen, als das Boot fast abrupt stehenblieb - ein enorm großes Stück Meerestang hatte sich an meinem Kingfisher verfangen.
Alles in allem war es eine recht frustrierende und vor allem eiskalte Nacht. Der nächste Morgen war nicht viel besser ... Thomas Coville, der sich am Tag zuvor noch Meilen hinter mir befand, hatte in der Nacht aufgeholt und segelte mittlerweile fast neben mir. Ganz sicher war ich mir zunächst allerdings nicht. Als er dann jedoch anrief, war klar, dass es Thomas war, der in Sichtweite durch das Meer schaukelte. Er war ganz glücklich, dass er es geschafft hatte, fast 30 Meilen aufzuholen.
Von meiner Nacht kann ich nicht behaupten, dass sie besonders glücklich verlief. Es war extrem kalt, und ich versuchte im Cockpit zu schlafen. Für eine halbe Stunde bin ich immerhin eingenickt. Als ich aufwachte, fühlte ich mich wie erfroren und versuchte noch ein bisschen zu schlafen, um aufzuwärmen. Der Wind wechselte jedoch ständig die Richtung, so dass an Schlaf nicht zu denken war.