Winterflucht: Kokospalme ersetzt Weihnachtsbaum - DER SPIEGEL
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Winterflucht Kokospalme ersetzt Weihnachtsbaum

Weiße Weihnachten sind bei vielen out: Immer mehr Deutsche wünschen sich für die Festtage Palmenstrände und Sommertemperaturen. Wer dieses Jahr noch über Weihnachten in die Karibik will, sollte bald buchen – denn die Nachfrage ist groß.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hannover/Oberursel - Weihnachten am Strand bei 25 Grad im Schatten - viele Deutsche lockt offenbar diese Vorstellung. Das Interesse an Urlaubsreisen über die Feiertage ist auch in diesem Jahr wieder groß. Rund 40 Tage vor Heiligabend hat die TUI nun Zusatzflüge auf die Kanarischen Inseln und nach Ägypten aufgelegt, weil ihre bisherigen Flugkapazitäten in diese Regionen bereits ausgebucht sind. Auch andere Veranstalter erwarten zu Weihnachten und Silvester eine starke Nachfrage, insbesondere Richtung Kanaren. Doch auch kurzfristig sollen im Dezember noch Festtagsreisen buchbar sein.

Insgesamt zwölf Sondermaschinen lässt die TUI am 22. und 23. Dezember in Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Stuttgart und München starten. Ziele sind Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa sowie Hurghada am Roten Meer in Ägypten. Das Interesse sei größer als in den vergangenen Jahren um diese Zeit, sagt TUI-Sprecherin Anja Braun in Hannover. Ein Grund könne die "attraktive Konstellation" der Feiertage im Kalender sein: Erster und zweiter Weihnachtstag fallen 2006 auf einen Montag und einen Dienstag. "Wer da verreisen will, muss weniger Urlaubstage nehmen als in anderen Jahren", so Braun.

TUI ist nicht der erste Veranstalter, der schon jetzt zusätzliche Flüge für "Weihnachtsflüchtlinge" anbietet. Auch die Pauschalmarken der Rewe-Touristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) haben ihr Programm aufgestockt, vor allem in Richtung Tunesien und ebenfalls nach Ägypten. Auch diese Maschinen seien "schon sehr gut gebucht", heißt es bei dem Anbieter in Köln. Alltours in Duisburg bietet seit Ende Oktober ebenfalls Plätze in zehn Sondermaschinen auf die Kanaren an: Sechs Mal zusätzlich geht es nach Fuerteventura, zweimal nach Gran Canaria und je einmal nach Lanzarote und Teneriffa. Abflughäfen sind auch hier Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München.

Nur noch Restplätze für Karibik und Afrika

Bisher ohne Zusatzmaschinen kommen die Marken des zweitgrößten Reisekonzerns Thomas Cook in Oberursel (Hessen) aus. Das habe auch damit zu tun, dass die Flugzeuge der konzerneigenen Condor zum größten Teil mehr Sitzplätze haben etwa die Boeing 737-800 der Hapagfly, sagt Sprecherin Nina Dumbert.

Weihnachten sei daher noch nicht ausgebucht: "Mit Buchungen sollte man sich jetzt aber beeilen." Nur noch Restplätze gebe es zum Beispiel für die Kanaren, Ägypten und die Fernstreckenziele in Asien, Afrika, der Karibik und Amerika.

Bei anderen Zielen gebe es aber auch noch mehr Kapazitäten, sagt Dumbert: "Bei Palma de Mallorca zum Beispiel kommt die Nachfrage auch vor Weihnachten eher kurzfristig." Selbst wer sich erst in letzter Minute entscheidet, mit dem Tannenbaum auf Tour gehen zu wollen, werde deshalb die Auswahl unter vielen Zielen haben, prognostiziert auch Markus Faller, Vorstandsmitglied beim Last-Minute-Spezialisten L'tur in Baden-Baden: "Auch vor den Feiertagen kommen oft noch zehn bis 14 Tage vorher Angebote rein." Freie Hotelkapazitäten werden dabei etwa mit Flügen von Billigfliegern kombiniert oder mit freien Sitzen aus dem so genannten Einzelplatzverkauf der Ferienfluggesellschaften.

Faller rechnet damit, dass gerade Städtereisen über Weihnachten kurzfristig stark nachgefragt sind und auch angeboten werden. Schon 2005 sei zu erkennen gewesen, dass viele Deutsche gerne mal für zwei oder drei Tage etwa nach London oder Wien wollten, um aus ihren Festtagen etwas Besonderes zu machen. Diese Entwicklung werde sich 2006 fortsetzen: "Erste Trends können wir Anfang Dezember erkennen."

Von Christian Röwekamp, gms