Balearen-Streik: Busfahrer brechen Verhandlungen ab - DER SPIEGEL
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Balearen-Streik Busfahrer brechen Verhandlungen ab

Der Busfahrerausstand auf den Balearen geht, nachdem die Tarifparteien "keine Hoffnung auf eine Verständigung" sehen, in eine neue Runde. Unterdessen geht die Polizei gegen private Taxis vor.
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Palma de Mallorca - Auf der spanischen Ferieninsel Mallorca und den anderen Balearen haben am Samstag erneut Zehntausende von Urlaubern unter den Folgen eines Busfahrer-Streiks gelitten. Mehrere Tausend Touristen verbrachten die Nacht auf dem Flughafen von Palma de Mallorca. Der Flugverkehr verlief allerdings, von Verspätungen abgesehen, nach Angaben der Behörden relativ normal.

Die Hoffnung auf ein vorzeitiges Ende des Streiks zerschlugen sich. Die Bus-Unternehmen und die Gewerkschaften brachen am Samstagmorgen eine neue Verhandlungsrunde ergebnislos ab. Der Arbeitsminister der autonomen Region der Balearen, Eberhard Grosske, hatte zunächst erklärt, die Gespräche sollten so lange fortgesetzt werden, bis man sich geeinigt habe. Die Tarifparteien gingen dennoch auseinander und erklärten, es gebe keine Hoffnung auf eine Verständigung.

Der Streik dürfte nun wie geplant noch bis Sonntagabend dauern. Am Samstag sprangen erneut die Taxifahrer für die streikenden Bus-Chauffeure ein und brachten die Urlauber zu den Hotels oder zum Flughafen. Auch Privatleute wollten sich mit ihren Autos am Abtransport der Urlauber beteiligen und auf die Schnelle etwas Geld verdienen. Streikposten machten die Polizei darauf aufmerksam, dass solche Taxi-Dienste nicht legal seien. Die Beamten schritten ein und ließen nicht zu, dass private Pkws als Taxis eingesetzt wurden.

Auf Mallorca wurde ein noch größere Andrang erwartet als am Vortag. Am Samstagmittag warteten etwa 4000 Urlauber in den Empfangshallen des Airports auf ihre Flugzeuge oder auf Taxis zu den Hotels. Auf dem Flughafen von Palma sollten 640 ankommende und abfliegende Maschinen mit insgesamt 134.000 Passagieren abgefertigt werden.

Da das Chaos sich insgesamt in Grenzen hielt, mussten weder auf Mallorca noch auf den kleineren Inseln Ibiza oder Menorca die Flughäfen geschlossen werden. Auf Ibiza fuhren trotz des Streiks einige Busse. Sie wurden von Polizisten begleitet, damit Streikposten die Fahrzeuge nicht stoppen konnten.

Statt im Bus erreichten 300 Mallorca-Besucher ihren Urlaubsort mit einem Schiff. Sie wurden vom kleinen Hafen in der Nähe des Flughafens an die Ostküste der Insel gebracht. Andere Touristen vertrieben sich die Zeit mit einem improvisierten Fußballspiel im Terminal des Flughafens.

An den drei Streiktagen sollen 500.000 ankommende und abfliegende Urlauber auf den Flughäfen der Balearen abgefertigt werden. Branchen-Experten erwarteten, dass ein dreitägiger Streik den Flug- und Reiseunternehmen einen Verlust von 118 Millionen Mark einbringen könnte.