Berliner Botschaften: Wie frühstückt die Welt? - DER SPIEGEL
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Berliner Botschaften Wie frühstückt die Welt?

Tigermilch zu Hirsebrei? Oder lieber Zomó zu Reispfannkuchen? In Berlin öffnen 21 Botschaften von Afghanistan bis Panama ihre Tore und zeigen, wie Frühstück in ihren Ländern aussieht. SPIEGEL ONLINE gibt eine Vorschau.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Noch'n Brot, noch'n Ei, noch'n Kaffee, noch'n Brei - in vielen Ländern der Welt beginnt der Tag ganz anders als in Deutschland. Mal kommt Salziges (Samosas in Indien) oder Fischiges (Tigermilch aus Fisch in Bolivien) oder Kartoffeliges (Süßkartoffeln in Indonesien) auf den Tisch.

Berliner Botschaften werden am Samstag beim All Nations Festival  zeigen, wie in ihrer Heimat am Morgen getafelt wird. Zum achten Mal laden diplomatischen Vertretungen zur kleinen Weltreise ein. Diesmal sind es 21 Länder, die von 11 bis 18 Uhr ihre Tore öffnen. Für den Trip benötigen die Besucher zwei Dinge: einen Festival-Pass, der bei den Botschaften und Berlin Infostores erhältlich ist und in dem "Visa"-Stempel gesammelt werden können; und einen Personalausweis oder Reisepass wegen möglicher Sicherheitskontrollen.

An dem Festival nehmen Länder wie Afghanistan und Burma, Nepal und Panama, Honduras und Zypern teil. Simbabwe hat seine geplante Teilnahme abgesagt. Was in den Ländern am Morgen verspeist wird, beschreiben die Veranstalter BGiB (Berliner Gesellschaft für internationale Begegnung) in ihrem Programm so:

Afghanistan: Warmer Brei mit Beeren und Nüssen

In Afghanistan gibt es meist Brot und "Tschâê-ye ßobh", frischen Tee, zum Frühstück. Wenn es überhaupt ein Frühstück gibt. Es wird zu Hause mit der Familie gefrühstückt. Im Norden, wo es morgens kühler ist, und auf dem Land, wo die Leute oft schwere Arbeit verrichten, fällt das Frühstück üppiger aus: Es gibt warmen Brei, Beeren und Nüsse, Milch und Käse oder auch Fleisch. Alles wird frisch zubereitet. Eingekauft werden die frischen Waren beim Bäcker und auf dem Markt.

Bolivien: Tamales oder Zomó

In Bolivien werden zum Frühstück Tamales, gefüllte Maisteigtaschen, Pastel de Choclo, ein Maisauflauf mit Fleischfüllung, Buñuelos oder auch Salteña gegessen. Dazu gibt es Zomó zu trinken. Dies ist ein aus Maismehl, kochendem Wasser und Zimt bereitetes Getränk. Außerdem Ananassaft und Leche de tigre. Diese "Tigermilch" ist aber eigentlich eine Mischung aus Limettensaft und rohem Fisch.

Burma: Nudeln mit Jaggery

Das Frühstück in Burma besteht häufig aus Nudeln, Jaggery, dem Saft der Kokosnuss, Hühnchen, Zwiebeln und Bohnensprossen. Als Getränk dazu gibt es Tee und auch Kaffee.

Indien: Von Dosa bis Poha

In Indien gibt es eine Vielzahl von Frühstücksgerichten in den Regionen: Partha, ein indisches Weizenbrot, Samosa, gefüllte Weizenteigtaschen, Gemüse, Dosa, einem Reispfannkuchen, Idli, einem Kuchen aus Reis und Bohnen, oder Poha, welches Reisflocken sind. Dazu gibt es Wasser, Tee oder Kaffee.

Indonesien: Hühnerfleisch bei Morgengrauen

Indonesier frühstücken in der Regel das, was sie auch zu jeder anderen Mahlzeit essen: Reis, Süßkartoffel oder Maniok. Es gibt hier regionale Unterschiede: So wird auf der Hauptinsel Java traditionell morgens Reis mit verschiedenen Beilagen gekocht. Die Garküchen verkaufen aber während des Tages unterschiedliche Beilagen. Die typischen Frühstücksgerichte sind Bubur Ayam, das ist Reis mit Hühnerfleisch, und Nasi Goreng. Dazu gibt es Tee, Kaffee oder Wasser.

Jamaika: Tropische Frucht mit Stockfisch

In Jamaika ist das Frühstück eher herzhaft: Es gibt das Nationalgericht Ackee mit Saltfish, eine tropische Frucht mit Stockfisch, gekochte oder frittierte Klöße, gekochte grüne Bananen, Bammy-Brot, ein Brot aus Cassava, einer Yuccapflanzenart, geröstete Brotfrucht und Brei. Dazu wird der berühmte Jamaican Blue Mountain Kaffee getrunken oder Jamaican Hot Chicolate, einen Kakaotee. Außerdem gibt es Kokosnussmilch, Grapefruitsaft und Kräuter- oder Schwarztee.

Lesotho: Porridge mit saurer Milch

In Lesotho besteht das traditionelle Dorffrühstück üblicherweise aus einem Mais-Porridge mit gekochter oder saurer Milch oder einem Sorghumhirsebrei. Dazu gibt es hausgemachtes Brot aus Weizenmehl und Schwarzen Tee, der manchmal mit frischer Kuhmilch von der familieneigenen Herde gereicht wird.

Malaysia: Chinesisch oder malaiisch?

In Malaysia gibt es in den drei großen Bevölkerungsgruppen Unterschiedliches. In malaiischen Haushalten gibt es Nasi Lemak, Reis in Kokosmilch gegart, den Klebreis Pulut und Roti Jala, einen Netzpfannkuchen. Bei chinesischen Familien stehen Char Kuey Teow, gebratene Reisnudeln, und Pau, gefüllte Hefeklöße, auf dem Tisch. Und auf dem indischen Frühstückstisch stehen Putu Mayam, süße Reisküchlein, Tosai, dünne Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl, oder knusprig gebratene Roti Canai Pfannkuchen. Teh tarik (Tee) und kopi kampong (Kaffee) werden dazu gereicht.

Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Panama: Bohne und Banane

Hombres de Maíz, Menschen aus Mais, so beschreibt der Popol Vuh die dritte und endgültige Erschaffung des Menschens durch die Götter. Und das trifft es auf dem Punkt. In Mesoamerika dreht sich alles um Mais. Als Kulturpflanze und Hauptnahrungsmittel der mittelamerikanischen Region ist es nicht weiter verwunderlich, dass die meisten Frühstücksgerichte damit zubereitet werden, aber auch andere wichtige Lebensmittel wie Kochbananen, Bohnen, Chilischoten und Yuca werden verwendet. Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Panama haben eine ähnliche Frühstückskultur: Pupusas, geröstete Maisfladen, Nacatamales, gefüllte Maisklöße, Yuca Frita y Carimañolas, frittierte, gefüllte Maniokbällchen, Frijoles enteros o fritos, gekochte oder gebratene Bohnen, und Empanadas, süße Kochbananenbällchen. Natürlich darf auch der Kaffee nicht fehlen, eines der Hauptexportgüter der Region.

Nepal: Chapati mit Kartoffel

In Nepal kommen am Morgen Haferflocken auf Reisbasis mit Joghurt auf den Tisch. Dazu gibt es Mais oder Bhatmas Bohnen, die sehr proteinhaltig sind. Chapati, ein Brot aus einem Vollkornmehlgemisch aus Gerste, Hirse und Weizen, wird mit Kartoffeln oder Gemüse gereicht, oder es gibt Samosa-Weizenteigtaschen. Wer es lieber süß mag, kann ein Fladenbrot mit Haluwa genießen, das aus Karotten, Zucker, Ghee und weiteren Zutaten bereitet wird.

Niger: Hirsebrei

In Niger gibt es zum Frühstück einen Brei auf Basis von Hirse- oder Maismehl begleitet von Bohnenpfannkuchen oder Fladen aus Mais, Reis oder Hirse oder Getreidepfannkuchen. Dazu wird Wasser oder Zitronensaft getrunken. Von den nomadischen Bevölkerungsgruppen wird traditionell Tee zum Frühstück bevorzugt.

Sri Lanka: String-Hoppers mit Curry

In Sri Lanka werden Hoppers oder String-Hoppers mit Kokol Sambol und Curry zum Frühstück gereicht. String-Hoppers werden aus Reismehl zubereitet und ähnlich Nudeln in Stangen ausgerollt und dann zu kleinen runden Fladen geformt. Außerdem gibt es Rotti Brotmit Seeni Sambol, einem süßen oder scharfen Zwiebel-Chutney, Linsen, Milchreis, Pittu oder andere Beilagen. Als Getränk gibt es Tee, Kaffee oder Wasser.

Zypern: Halloumikäse an Gurke

Zum Frühstück in Zypern kommt Herzhaftes auf den Tisch: Brot oder Zwieback, Oliven und Halloumikäse, Tomaten und Gurken. Dazu wird ein Mokka-Kaffee getrunken. Die zyprische Küche haben zahlreiche Einflüsse verschiedener Kulturen geprägt.

Quelle: "Festival-Pass mit Programm" der BGiB e.V.

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