Britisches Essen Wer hat den schnellsten Christmas Pudding?
Erfunden im 14. Jahrhundert, ist der Christmas Pudding aus britischer Weihnachtstradition nicht mehr wegzudenken. Und nicht mehr wegzudenken scheint auch der alljährliche Wettkampf um die Pudding-Trophäe, die in diesem Jahr am 6. Dezember auf der West Piazza im Covent Garden in London heiß umkämpft wird. Den über 150 Teilnehmern steht ein harter Parcours bevor: Das britische Leibgericht auf einem fragilen Pappteller muss über schlüpfrige, mit Mehl gefüllte Ballons hinweg, an Schaumfontänen vorbei und unter Limbo-Stangen hindurch balanciert werden und nach 150 Metern unbeschadet das Ziel erreichen.
Nicht nur der schnellste Puddingläufer erhält einen Preis, auch das ungewöhnlichste Kostüm wird geehrt. Und so machen sich Schlümpfe, Tannenbäume, Raupen und Teams von Nonnen auf den Weg. "Es wird jedes Jahr wilder. Alle haben Spaß, und es gibt Teilnehmer, die jedes Jahr wiederkommen", sagt die Koordinatorin Helena Marks vom Veranstalter Cancer Research UK. Die Teilnahmegebühren kommen einem guten Zweck zugute, sie werden für den britischen "Children's Cancer Awareness Month" gesammelt.
Als der Plumpudding aus der Röhre gehoben wurde, muss er zumindest für den kontinentaleuropäischen Geschmack ziemlich widerlich geschmeckt haben. Die Sage geht, dass das damalige porridge-ähnliche Gericht Rinder- und Schaffleisch, Rosinen, Backpflaumen, Wein und Gewürzen enthielt - und als Fastenspeise kurz vor Weihnachten gereicht wurde. Sein fleischfreier Nachfolger erhielt durch Zugabe von Eiern seine typische Pudding-Konsistenz und wurde von den Puritanern wohl wegen Schlemmereiversuchung Mitte des 17. Jahrhunderts geächtet. Erst George I. befand 1714 den Christmas Pudding für zu köstlich, um ihn für immer von der Inselspeisekarte zu streichen und ließ ihn dort wieder einsetzen. Seine heutige Form erhielt der Weihnachtspudding zu viktorianischen Zeiten, und auch Prinz Albert wünschte ihn sich auf die königliche Tafel.