Costa Blanca Touristisches Facelifting
Der Burgberg von Alicante thront mit seinem Castillo de Santa Barbara 166 Meter hoch über der Hafenstadt. Von der Terrasse eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf den Jachthafen, die engen Gassen des Altstadtviertels: Barrio de Santa Cruz und die Flaniermeile der Stadt, die Explanada de España. Ihren Bodenbelag bilden 6,6 Millionen Mosaiksteinchen - in Blau, Weiß und Rot zu Wellen gelegt.
Am Hauptstrand der Alicantinos, der rund 300 Meter breiten, feinsandigen Playa Postiguet, weist ein Sonnensymbol auf das Viersternehotel der spanischen Melia-Kette, das Melia Alicante. Ein Teil der 540 Zimmer und fünf Suiten blickt auf die neugestaltete Hafenpromenade entlang des Sportboothafens, Heimat von 810 Seglern und Jachten. Ein Durchgang führt auf der anderen Straßenseite zum Rathaus. Die erste Stufe des Hauptgebäudes markiert den "Nullpunkt" - von hier aus wird für ganz Spanien die Höhe über dem Meeresspiegel gemessen.
Unter Wasser liegt ein Paradies direkt vor der Haustür: das Meeresschutzgebiet der Insel Tabarca, 1986 als erstes seiner Art im gesamten Mittelmeerraum eingerichtet. Meerbarben, Riesenzackenbarsche und Zahnbrassen leben hier, im Schutz der Felsen Muränen, Drachenköpfe und Aale. Zum Flaschentauchen ist eine Genehmigung erforderlich.
Rechtzeitig zur Sommersaison hat Torrevieja seine ohnehin langgezogene Promenadenzone erweitert: Vom Strandzentrum im Norden wurde der gesamte Verkehr von der Küste ins Hinterland verlagert. Die Felsenküste mit kleinen Buchten, breiten Sonnenbänken, frisch gepflanzten Palmen und vereinzelten Skulpturen ist jetzt auf mehr als einem Kilometer ganz den Urlaubern vorbehalten, denen Torrevieja Trubel am Tag wie in der Nacht garantiert.
Guardamar de Segura verspricht dagegen Ruhe. Dünen, die sich 15 Kilometer lang bis an den Horizont erstrecken, Kiefernwälder - und eine Küche, die Lust macht auf Meer. Hier, wo der Rio Segura ins Meer mündet, werden Aale und Garnelen gezüchtet und die berühmten "Noras" angebaut, knallrote, kugelrunde Paprikaschoten. In kleinen Tunneln unter Folie langsam getrocknet, entwickeln sie ein Aroma, das unerreicht ist - und gleich in den baulich einfachen, aber kulinarisch erlesenen Strandlokalen gekostet werden kann.
Bei Lo Pagán erreicht die Costa Blanca Europas größte Salzwasserlagune, das Mar Menor mit seiner weithin sichtbaren Landzunge "La Manga". Dieser 25 Kilometer lange, aber nur 500 bis 1000 Meter breite Ärmel trennt das 200 Quadratkilometer "Kleine Meer" vom Mittelmeer. Das ganze Jahr hindurch ist hier die See ruhiger, fünf Grad wärmer und, mit 18 Prozent, vor allem salzhaltiger. Diese besonderen Bedingungen haben einen Heilschlamm entstehen lassen, der Haut- und Gelenkkrankheiten lindert. Menschen tragen in Orten wie Lo Pagán den entzündungshemmenden Schlamm per Hand auf die Haut auf, warten und waschen die getrocknete schwarze Kruste im Salzwasser ab - so wie es schon Hippokrates und Paracelsus empfahlen.
Nur wenige Kilometer vor dem Leuchtturm von Cabo de Palos, der die Costa Blanca gen Süden begrenzt, erstreckt sich auf fünf Hektar das edelste und atemberaubendste Urlaubsdomizil der gesamten Küste: die Sportferienanlage des La Manga-Clubs. 1981 vom Unternehmen European Ferries angelegt, investierte Hyatt International nach der Übernahme 1992 mehrere Millionen Mark, um einen Ferientraum zu kreieren, der aktiven Urlaubern keinen Wunsch unerfüllt lässt. Profis laden auf einem der 18 Tennisplätze jeden Freitag zu Schauturnieren; auf den drei 18-Loch-Golfplätzen trainieren Mitglieder der Ballesteros-Familien, auf einem vierten die weniger ambitionierten Urlauber; im "Centre for Professional Football" perfektionieren Kicker aus Kreis- und Bundesligen ihr Können. Tagsüber lassen drei Joggingrouten den Schweiß fließen, ab Mitternacht die Musik. Die hoteleigene Diskothek "Yesterday" gilt als Top-Location für die heißesten Rhythmen der Saison.